Azimutale Montierungen
Azimutale Montierungen sind einfach aufgebaut und deshalb im Preis relativ günstig. Es wird meistens per Hand nachgeführt. Allerdings ist Langzeitfotografie mit solchen Montierungen nicht möglich. Die Nachführung im Zenit - besonders bei hoher Vergrößerung - ist etwas schwieriger.
Meistens stehen diese Montierungen auf einem transportablen Dreibein und tragen kurzbrennweitige Refraktoren. Das Gegengewicht ist nötig, um das Kippmoment auszugleichen. Statt des Gegengewichts kann auch ein zweites Fernrohr angebaut werden.
Die Dobsonmontierung
John Dobson machte diesen Teleskoptyp vor etlichen Jahren in den USA bekannt. Mit einfachsten Mitteln - teilweise aus Zivilisationsmüll - baute er ein azimutal montiertes Newton. Es bestach durch seine zur damaligen Zeit riesige Öffnung, war aber trotzdem noch ein handliches Teleskop geblieben. Diese Fernrohrart hatte auch bald seine Anhänger gefunden und der Trend zum Dobson hält auch heute weiter an. Diese Teleskope sind von 3 bis 30 Zoll Spiegeldurchmesser (in Ausnahmefällen sogar noch größer) zu finden. Der Aufbau eines kleineren Dobson (bis ca. 12 Zoll Öffnung) ist unkompliziert. Es wird einfach die Rockerbox mit dem Drehteller hingestellt und dann der Tubus eingelegt - fertig! Die Nachführung geschieht von Hand und soll ruckfrei durch beide Achsen möglich sein. Es gilt hier, die richtige Materialwahl für einen möglichst guten Reibwert zu finden. Auch bei einem Okularwechsel, besonders wenn schwere 2-Zoll-Okulare verwendet werden, darf das Teleskop nicht aus der Richtung schwenken. Bei einer Tubuslänge von zwei Metern kann es beim Transport im Auto problematisch werden. Deshalb ist der Tubus für solche Fernrohre als zerlegbare Gitterrohrkonstruktion ausgelegt. Aber auch bei einem größeren Dobson mit Gitterrohrtubus ist der Aufbau meistens von einer Person zu schaffen. Die Rockerbox mit dem Drehteller wird nach Möglichkeit auf festen Untergrund gestellt. Dann wird der untere Tubus mit dem Hauptspiegel in die Rockerbox gelegt und die 8 Stangen befestigt. An den 8 Stangen wird danach der obere Tubus mit dem Fangspiegel und dem Okularauszug montiert. Nun wird noch kontrolliert, ob die Justage von Haupt- und Fangspiegel noch stimmt. Gegebenenfalls müssen diese nachkollimiert werden. An offenen Gitterrohrkonstruktionen sieht man gelegentlich eine Abdeckung mit schwarzem Tuch, um eintreffendes Streulicht zu vermeiden. Richtig gesetzte Streulichtblenden erfüllen den selben Zweck. Für große Brennweiten wird natürlich eine Stehleiter benötigt. Manchmal sind Räder und Schubkarrengriffe an der Rockerbox angebracht, um den Transport zu erleichtern. Beim Nachführen von Hand - besonders bei hoher Vergrößerung - ist für Neulinge manchmal etwas Übung nötig. Der Selbstbau eines Dobsons ist durchaus auch mit relativ einfachen Mitteln möglich.
Um ein Dobson-Teleskop nicht nur von Hand nachführen zu müssen, wurden die beiden Achsen schon mit Antriebsmotoren versehen. So kann man z.B. per Handtaster die Nachführgeschwindigkeit regeln. Auch eine motorische Nachführung über Computer ist möglich. Ein Dobson kann auch auf eine parallaktische Plattform gestellt werden, bei der je nach Ausführung ca. 20 Minuten automatisch nachgeführt werden kann. Die motorisch nachgeführten Dobsons sind aber weniger verbreitet, die meisten "Dobsonauten" führen eben per Hand nach.
Die Azimutale Gabelmontierung
Auch hier wird das Teleskop - meistens ein Refraktor mit kurzer Brennweite - per Hand nachgeführt und steht auf einem Dreibein. Gelegentlich befindet sich ein Treibrad zur Feineinstellung daran. Diese Montierung ist durch den einfachen Aufbau relativ kostengünstig. Es benötigt kein Gegengewicht, allerdings ist durch die Breite der Gabel der Tubusdurchmesser vorgegeben.
Gelegentlich sieht man kleine Fernrohre auf einarmigen Gabelmontierungen, auch mit einer elektronischen GoTo-Steuerung. Bei solchen Gabelmontierungen können auch Fernrohre mit verschiedenen Tubusdurchmessern angebaut werden.
Der Schwerpunkt liegt bei der azimutalen Gabelmontierung senkrecht über der Azimutachse. Diese Anordnung ist deshalb wenig schwingungsanfällig. Der Gabelbaulänge sind natürlich Grenzen gesetzt. Die weit verbreiteten Schmidt-Cassegrain-Teleskope sind oft auf einer solchen Montierung anzutreffen. Sie sind z.T. computergesteuert, wobei die Nachführung und das Auffinden der Objekte automatisch geht. Auch wenn die Nachführung automatisch erfolgt, ist damit wegen der Bildfelddrehung keine Langzeitfotografie möglich.
Die Kugelmontierung
Die Kugelmontierung trägt im meisten Fall ein Newton-Teleskop. Diese Montierung, bei der ebenso wie beim Dobson-Teleskop per Hand nachgeführt wird, nimmt eine gewisse Sonderstellung ein. Sie hat weder eine Vertikalachse noch eine Horizontachse. Der Schwerpunkt liegt in der Mitte der Kugel. Das Teleskop kann leicht in jede Richtung gedreht werden, dass man ein bequemes Einblickverhalten hat. Der große Vorteil gegenüber eines Dobsons ist, dass die Kraft zum Nachführen immer gleich bleibt, sowohl bei Zenit- als auch bei Horizontbeobachtung. Leider ist eine solche Kugelmontierung relativ schwierig herzustellen.
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