Parallaktische Montierungen
Bei der parallaktischen Montierung ist die Polachse parallel zur Erdachse ausgerichtet. Wird diese Achse mit der selben Geschwindigkeit entgegen der Erddrehung angetrieben, so wird das Teleskop den Objekten am Himmel nachgeführt. Mit solchen Montierungen ist Astrofotografie möglich und für den visuellen Beobachter bietet die automatische Nachführung einen gewissen Komfort. Die Nachführung geschieht manuell über Treibräder oder motorisch. Bei der visuellen Beobachtung braucht der Pol nicht so genau ausgerichtet sein wie beim Fotografieren. Man kann ja gelegentlich nachstellen, um das Objekt im Okular wieder zu zentrieren.
Die Deutsche Montierung
Die am meisten verbreitete parallaktische Montierung dürfte wohl die deutsche Montierung sein. Bei der Verwendung von diversem Zubehör kann durch geschicktes Verschieben des Tubus und den Gegengewichten ein Gleichgewicht hergestellt werden. Oft haben beide Achsen Schneckengetriebe. Das ist hilfreich wenn man vom Computer aus positionieren möchte. Für die Astrofotografie ist ein Tangentialarm an der Deklinationsachse allerdings oft besser geeignet. Mit geringerem Bauaufwand ist dieser spielfrei herzustellen. Das ist vor allem wichtig für Feinkorrekturen in Deklination während der Belichtung. Die Achsen sind meistens mit einem Hebel klemmbar. Bei einer stufenlos einstellbaren Rutschkupplung ist die Bedienung etwas praktischer. Als nachteilig an der deutschen Montierung könnte man anführen, dass in gewissen Stellungen das Fernrohr am Dreibein oder der Säule anstehen kann. Wird der Meridian - die günstigste Beobachtungsrichtung - überschritten, stößt je nach Ausführung bald der Tubus irgendwo an. Möchte man das Objekt weiterbeobachten, muss das Fernrohr erst auf die andere Seite gelegt werden. Vorsicht bei Kaufhausangeboten im Billigbereich! Solche Montierungen können unterdimensioniert und von fragwürdiger Qualität sein.
Die Gabelmontierung
Die weit verbreiteten Schmidt-Cassegrain-Teleskope stehen auf solchen Gabelmontierungen. Diese Montierungsart bietet einen gewissen Komfort, es ist z.B. kein Umschlagen wie bei einer Deutschen Montierung nötig. Es wird auch kein Gegengewicht gebraucht. Allerdings muß die Gabel wegen dem Kippmoment entsprechend steif gebaut sein, damit sie nicht schwingungsanfällig wird. Ebenso ist die Lagerung entsprechend zu dimensionieren. Durch die Baubreite der Gabel ist allerdings der Tubusdurchmesser vorgegeben.
Die Kurzgabelmontierung
Die Gabel ist hier kurz gehalten, um möglichst schwingungsarm zu sein. Somit kann auch ein langer Refraktor montiert werden. Allerdings ist diese Montierung meistens ortsfest auf einer Säule und es können damit nur Objekte entlang der Ekliptik (Sonne, Mond und Planeten) beobachtet werden.
Die Englische Montierung
Diese Montierungsart gibt es als Rahmen- und Balkenmontierung. Sie sind besonders für äquatornahe Zonen geeignet (sowohl die Deutsche Montierung als auch die Gabelmontierung ist da weniger gut geeignet). Die Englischen Montierungen sind fast ausschließlich stationär gehalten.
Die Balkenmontierung ist mit einem Gegengewicht versehen, es kann aber statt des Gewichts ein zweites Fernrohr angebracht werden.
Mit der Rahmenmontierung können allerdings die polnahen Regionen nicht erreicht werden. Durch die Breite des Rahmens ist auch der Tubusdurchmesser vorgegeben.
Die Hufeisenmontierung
Die Hufeisenmontierung wird hauptsächlich für große Newton-Teleskopen verwendet. Der Schwerpunkt des Teleskops liegt tief und es treten weniger Biegemomente wie z.B. bei einer Gabelmontierung auf. Es ist günstig, wenn das obere Tubusteil drehbar ausgeführt ist. Ähnlich wie bei der Gabelmontierung kann das Einblickverhalten in verschieden Stellungen ungünstig sein.
Die Knie- oder Knicksäulenmontierung
Diese Montierung wird ausschließlich stationär verwendet. Die Kniesäule kann ein massives Stahlrohr oder ein betoniertes Fundament sein. Der Vorteil ist, dass kein Umschlagen wie z.B. bei einer Deutschen Montierung nötig ist. Statt des Gegengewichts kann ein zweites Teleskop angebaut werden. Man hat auch nicht die Nachteile einer Gabelmontierung, wo der Durchmesser des Teleskops vorgegeben ist.
Die parallaktische Plattform
Mit Hilfe einer parallaktischen Plattform ist es z.B. möglich, ein Dobson-Teleskop eine gewisse Zeit (ca. eine Stunde) nachzuführen. Danach muß die Plattform wieder in die Anfangstellung gebracht werden, um erneut eine Stunde nachzuführen zu können. Diese Montierung ist im deutschen Sprachraum verhältnismäßig wenig verbreitet.
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