Refraktoren

Im Amateurbereich sind bis 80mm Öffnung fast nur Linsenteleskope anzutreffen. Meistens sind die achromatischen Refraktoren zweilinsig aufgebaut. Der Vorteil ist, dass keine Obstruktion (Mittenabschattung wie z.B. bei Spiegelteleskopen) vorhanden ist. Deshalb ergibt sich eine bessere Bilddefinition und Kontrastleistung gegenüber einem Instrument gleicher Öffnung mit Obstruktion. Der Refraktor ist von vorne durch das Objektiv verschlossen und Staub kann nicht ins Tubusinnere gelangen. Linsenteleskope sind in der Regel relativ wenig justieranfällig und durch den langen und schlanken Tubus ist das System nicht so empfindlich für Luftturbulenzen (Tubusseeing). Der Nachteil ist eine lange Bauweise, um den Farbfehler so gering wie möglich zu halten; bei Refraktoren mit "schnellem" Öffnungsverhältnis wird sich der Farbfehler deshalb eher bemerkbar machen. Die Verwendung eines Zenitspiegels ist wegen des besseren Einblicksverhalten anzuraten; leider ist dann das Bild seitenverkehrt und das Aufsuchen der Objekte mit einer üblichen Sternkarte ist schwieriger. Will man ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild erhalten, ist ein 90°-Amici-Prisma zu verwenden.

Um die Baulänge kürzer zu gestalten, kann der Strahlengang gefaltet werden. Dies wird mit einer ebenen und verspiegelten Glasplatte erreicht. Die Qualität des Spiegels muss allerdings sehr gut sein, damit sich keine Abbildungsfehler ergeben. Es gibt Fagott-Refraktoren mit einer Spiegelumlenkung (siehe Abbildung) und Schaer-Refraktoren mit zwei Spiegeln.

Mit Sondergläsern lassen sich Refraktoren auch mit geringem Öffnungsverhältnis herstellen, die so gut wie keinen Farbfehler aufweisen. Der Nachteil dieser apochromatischen Objektive ist leider der sehr hohe Preis.

Auf www.zellix.de/jrefrak.htm finden Sie eine Anleitung zum justieren eines Refraktors.

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