Spiegelteleskope
Das Newton-Teleskop
Dieser Fernrohrtyp ist am meisten verbreitet und besteht aus einem parabolischen Hauptspiegel und einem ebenen Umlenkspiegel. Zur visuellen Beobachtung ist eine Abschattung des Fangspiegels unter 20% des Hauptspiegeldurchmessers anzustreben, um möglichst wenig Kontrastverlust zu haben. Das ist besonders bei einem visuell optimierten Newton-Teleskop zur Planetenbeobachtung von Bedeutung.
Der Hauptspiegel muss der jeweiligen Umgebungstemperatur angepasst sein, damit keine Luftturbulenzen im Fernrohrtubus entstehen. Besonders bei hohen Vergrößerungen ist ein ruhiges Bild nötig und warme (aufsteigende) Luft beeinflusst eben die Bildqualität. Ein dünner Spiegel kühlt schneller ab als ein Spiegel mit viel Masse. Allerdings ist bei dünnen Spiegeln eine aufwendigere Lagerung (9-Punkt statt 3-Punkt) erforderlich. Um einen möglichst ungehinderten Luftaustausch zu ermöglichen ist es günstig, wenn der Tubus hinten offen ist. Auch Lüfter wurden schon angebaut, um einen noch schnelleren Temperaturausgleich zu erreichen.
Auf www.zellix.de/newto.htm finden Sie Tipps fürs Newtonteleskop (wie groß muss der Fangspiegel sein? Welche Qualität soll er haben? Kontrastverlust durch Falschlicht? Was bringt ein Spiegellüfter? Das Ermitteln der Maße einer 3-Punkt-, 9-Punkt- und 18-Punkt-Hauptspiegelhalterung).
Das Cassegrain-Teleskop
Der in der Mitte durchbohrte Hauptspiegel besteht aus einem Parabolspiegel und der Sekundärspiegel ist konvex-hyperbolisch. Das Öffnungsverhältnis liegt üblicherweise bei f/16 und die Obstruktion liegt bei ca. 30%. Der Vorteil gegenüber dem Newton-Teleskop ist ein kürzerer Tubus.
Das Richey-Cretien-System ist ähnlich aufgebaut. Es besteht aus einem hyperboliden Hauptspiegel und einem hyperboliden Fangspiegel.
Der Schiefspiegler
Durch die Anordnung der Spiegel ist keine Abschattung durch einen Fangspiegel vorhanden und ist deshalb wie ein Refraktor obstruktionsfrei. Wie die anderen Spiegelteleskope ist auch der Schiefspiegler ohne Farbfehler. Das Öffnungsverhältnis liegt üblicherweise bei f/20 und daher wird er in erster Linie zur Beobachtung heller Objekte wie Sonne, Mond und Planeten verwendet. Als weiteres wäre noch der Yolo, Kompakt-Schiefspiegler und Multi-Schiefspiegler zu nennen.
Katadioptrische Spiegelsysteme
Diese Teleskope sind eine Kombination aus Spiegeln und Linsen. Hier sind nur die verbreitetsten Typen aufgeführt. Auch speziell für die Astrofotografie gibt es verschiedene Systeme.
Das Schmidt-Cassegrain
Diese kompakt gehaltenen Teleskope sind weit verbreitet. Durch die Massenfertigung sind sie relativ günstig im Preis. In der Regel haben sie ein Öffnungsverhältnis von f/10. Dadurch, dass der Hauptspiegel einen großen Verstellweg hat, kann so ziemlich jedes Zubehörteil (z.B. Binoansatz) angeschlossen werden. Da über den Hauptspiegel fokussiert wird und dieser dabei leicht kippt, macht sich dies durch einen mehr oder weniger ausgeprägten Bildversatz bemerkbar. Durch die Schmidtplatte ist das Teleskop vorne geschlossen und es kann kein Staub in Innere gelangen. Das geschlossene System hat aber leider auch den Nachteil, dass ein Auskühlen relativ lange dauert. So lange kein Temperaturausgleich im Teleskopinnern geschaffen ist, strömt warme Luft im Tubus nach oben, kühlt an der dünnen Schmidtplatte ab und strömt wieder nach unten. Durch diese Luftverwirbelungen ergibt sich vor allem bei hoher Vergrößerung ein schlechteres Bild. Ein weiterer Nachteil für die visuelle Beobachtung ist die Abschattung des Fangspiegels mit knapp 40% des Spiegeldurchmessers, das einen gewissen Verlust des Kontrastes verursacht. Es ist eine Taukappe anzuraten, da die Schmidtplatte doch sehr tauempfindlich ist. Da durch diese Konstruktionen der Sekundärspiegel durch die Glasplatte gehalten wird und auf Streben verzichtet werden kann, sind an hellen Sternen keine "Spikes" sichtbar.
Das Maksutov-Cassegrain
Dieses System ist ebenfalls kompakt gebaut. Vorne hat das Maksutov-Cassegrain eine Meniskuslinse, auf der innen zentrisch eine Reflexionsschicht aufgedampft ist.
Das Maksutov-Newton
Das Maksutov-Newton hat auch einen geschlossenen Tubus (mit dem Vorteil dass Staub nicht ins Tubusinnere gelangt und dem Nachteil, dass eine lange Auskühlzeit nötig ist). Die Obstruktion ist ähnlich dem eines gleich großen Newton-Teleskops.
Das Reinigen von Teleskopspiegeln
Nach einer gewissen Zeit können sich Staub und andere Verunreinigungen am Spiegel absetzen. Zum Reinigen wird der Spiegel ausgebaut. Auf der Oberfläche ist hauchdünn Aluminium mit einer schützenden Quarzschicht aufgedampft, die nicht verkratzt werden darf. Um das Risiko eines Kratzers möglichst gering zu halten, sollte man folgendermaßen vorgehen: Man stellt den Spiegel waagrecht und schüttet in die gewölbte Fläche bis zum Rand destilliertes Wasser (um Kalkflecken zu vermeiden). Das Wasser kann erwärmt und mit Spülmittel verdünnt sein. Mit sauberen Händen wischt man dann vorsichtig und ohne Druck über die Spiegeloberfläche. Wenn die Verunreinigen entfernt sind, wird mit destilliertem Wasser nachgespült. Um die Trocknung des Spiegels zu beschleunigen, kann ein Haarfön verwendet werden. Falls nach der Reinigung noch irgendwelche Flecken auf der Spiegeloberfläche zu sehen sind, darf man keinesfalls versuchen, diese mit irgendwelchen Tüchern o.ä. zu entfernen - ganz schnell hat man sich damit einen Kratzer eingefangen! Man reinigt deshalb den Spiegel besser noch einmal wie schon beschrieben. Ganz hartnäckige Flecken konnte ich mal mit Azeton entfernen. Falls sich Flecken aber trotzdem nicht entfernen lassen, ignoriert man diese einfach! Bei der Beobachtung wird man diese im Okular nicht erkennen. Hat man sich trotz aller Vorsicht einen Kratzer eingefangen, so ist das auch keine Katastrophe. Bei der Beobachtung wird dieser nicht stören.
Das Reinigen eines Spiegels sollte man deshalb so lange wie möglich hinausschieben. Wie sagte mal ein erfahrener Sternfreund: Im Prinzip kann etwas Konfetti auf dem Spiegel liegen - bei der Beobachtung wird man es nicht bemerken ;-)
Das Justieren
Selbstverständlich muss das Fernrohr richtig justiert sein, um seine volle optische Leistung bringen zu können. Spiegelteleskope sind in der Regel justieranfälliger als Refraktoren. Besonders wenn das Instrument transportiert wird, sollte vor Beginn der Beobachtung die Justage überprüft werden. Hierzu benötigt man verschiedene Hilfsmittel, wie z.B. einen Laserkollimator oder ein Chesire-Justierokular. Auf www.zellix.de/justieren.htm finden Sie allgemeine Hinweise zum Justieren und wie man sich ein Chesire-Justierokular und einen Laserjustierer selbst herstellen kann.
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