Meine Autos, Reisen, Wartung und Reparaturen
von Herbert Zellhuber
1. Opel Kadett (1966-1973)
Als ich 1972 den Führerschein hatte, durfte ich mit der "Familienkutsche", einem Opel Kadett (Bj. 1966, 45 PS, 1100 cm³) Fahrpraxis sammeln. Leider rostete das Auto recht schnell, da es auch im Winter gefahren wurde und zu dieser Zeit die Straßen stark gesalzen wurden. Ich versuchte zwar die Kotflügel mit Polyester und Glasfasermatte zu reparieren, aber schon bald waren wieder Rostflecken zu sehen.
Irgendwann war beim Anlassen ein knirschendes Geräusch zu hören und danach lief das Auto nicht mehr richtig. Der Mechaniker stellte fest, dass sich ein Teil vom Vergaser gelöst hatte. Es wäre ein neuer Vergaser fällig gewesen und man sagte mir, ich solle mal auf Schrottplätzen sehen, ob ich einen solchen Vergaser finde. Ich fand einen solchen und baute ihn ein. Das Auto lief wieder und ich war auch stolz, dass mir dieser Einbau auf Anhieb gelang.
Schon bald gab es aber wieder Ärger. Nach Regenfahrten konnte das Auto am nächsten Tag nur mit Mühe oder gar nicht gestartet werden. Leider konnte auch die Werkstatt das Problem nicht lösen.
2. VW Käfer (1973-1976)
Da wir ein zuverlässiges Auto haben wollten, wurde 1973 ein VW Käfer (50 PS, 1500 cm³) angeschafft. Es gab keine Reparaturen und der Wagen lief immer zuverlässig. Trotzdem wurde 1976 ein Audi 80 (55 PS, 1300 cm³) gekauft.
3. Audi 80 (1976-1996)
Der Audi 80 gefiel mir und ich begann, mich ernsthafter mit der Automobiltechnik zu befassen. Wartung und Reparaturen wollte ich von nun an selbst übernehmen. Es gab gelegentlich schon Ärger mit Werkstätten, außerdem kann man immer wieder hören, dass in manchen Werkstätten ziemlicher Murks geliefert wird - von den Kosten ganz zu schweigen... Ich besorgte mir deshalb folgende Bücher:
Die "Reparaturanleitung Audi 80", "Jetzt helfe ich mir selbst - Audi 80", "Jetzt helfe ich mir selbst - Autokarosserie" und "Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik" waren die vier wichtigsten Bücher. Gelegentlich musste ich allerdings auch bei Leuten nachfragen, die sich mit der Kfz-Technik besser auskennen. Hilfreiche Tipps und Informationen erhielt ich auch bei der jährlich stattfindenden Handwerksmesse in München. Natürlich musste ich auch verschiedenes Werkzeug anschaffen.
1982 kaufte ich dann den Audi 80 meiner Mutter ab, sie wiederum kaufte einen VW Jetta (60 PS, 1300 cm³). Der satte Durchzug des Audi 80 faszinierte mich schon von Anfang an, das maximale Drehmoment war schon bei 2.500/min erreicht. Da ich das Auto selbst wartete und pflegte, war mir dessen Zustand sehr genau bekannt. Selbstverständlich wollte ich damit auch verschiedene Touren unternehmen. Ich wollte neben dem Vorteil ein Dach über den Kopf zu haben, auch auf das Zelt verzichten. Das Auto wurde also so umgebaut, dass ich darin übernachten konnte. Dazu wurde einfach der rechte und hintere Sitz ausgebaut und durch zwei entsprechend zugesägte Spanplatten ersetzt. Unter den Spanplatten war nun etliches an Stauraum entstanden.
Das Auto wollte ich nicht unter freiem Himmel stehen lassen, deshalb baute ich mir ein Carport. Um den Wagen im Sommer im Schatten zu haben, ließ ich es mit wilden Wein zuwachsen. Allerdings merkte ich 15 Jahre später, dass das keine so gute Idee war; leider vermoderten durch die dauernde Feuchtigkeit mehrere Querbalken und ich entfernte darauf hin die Sträucher wieder.
Irgendwann waren neue Kotflügel fällig. Zufällig erfuhr ich in der Zeitung, dass ein Audi 80 mit der selben Farbe und gleichem Motor aber ohne TÜV für 100 DM angeboten wird. Nun hatte ich auch ein Ersatzteillager. Ich hatte immer alle Wasserschläuche dabei, falls mir mal ein solcher platzen sollte. Außerdem lagen im Kofferraum etliche andere Ersatzteile wie Lichtmaschine mit Regler, Wasserpumpe usw.
Bei Servicearbeiten und Reparaturen ist es nötig, unter dem Wagen arbeiten zu können. Ich baute mir deshalb aus Holzbrettern eine Auffahrrampe, die Räder stehen dann auf einer Höhe von 65 cm. Die beiden Holzbretter können abgebaut werden, dies war z.B. nötig, als mal am Schweller ein Reparaturblech angeschweißt wurde. Die Rampe hat sich bestens bewährt und wird auch heute noch benützt.
Besonders gerne verbrachte ich den Urlaub in Skandinavien, wie hier 1985:
Das Paddelboot war natürlich immer mit dabei!
Rentiere gleich neben der Straße
Gelegentlich ging am Audi schon mal etwas kaputt, z.B. brach der Krümmer am Auspuffrohr. Glücklicherweise hatte ich die paar leeren Bierdosen noch nicht entsorgt und konnte diese mit Draht an der Bruchstelle behelfsmäßig befestigen. Später kaufte ich mir in einem "Supermarkt" nahe des Polarkreises noch zwei Schlauchbinder und wechselte sie gegen den Draht aus. Das hielt dann über 4.000 km bis nach Hause.
Bilder von 1992:
ungezähmte Wildnis
am Geiranger-Fjord
ein besonders idyllischer Übernachtungsplatz gleich neben einem See
4. VW Jetta (ab 1982)
Nach 20½ Jahren nagte der Rost schon arg am Audi. Der Schweller war durchgerostet und das Auto ließ sich nicht mehr mit dem Wagenheber aufbocken, zu viel hätte ich schweißen müssen. Schweren Herzens wurde er an die Abschleppstange gekuppelt und zum Schrotthändler gebracht.
Das Buch für den Jetta hatte ich mir schon längst besorgt, mit den Wartungsarbeiten war ich mittlerweile ebenfalls gut vertraut.
Seit April 2008 lese ich regelmäßig die monatlich erscheinende Zeitschrift Oldtimer-Praxis. Die Zeitschrift ist die 2,10 € auf jeden Fall wert. Man findet dort viele interessante Beiträge und Tipps zum Reparieren und Restaurieren alter Autos und Motorräder.
Mittlerweile las ich davon etliche Hefte und habe es schon bitter bereut, den Audi 80 damals weggeworfen zu haben. Mit überschaubarem Aufwand hätte ich den Unterbau durchaus schweißen können. Im Heft wurden schon viel, viel schlimmer verrostete Karosserien gezeigt, die wieder hergerichtet wurden. Der Audi hätte heute ein H-Kennzeichen, wobei Steuer und Versicherung relativ günstig wären.
Und wiederum gelange ich zur Erkenntnis, dass man nicht immer alles gleich wegwerfen soll ...
Reparaturen gab's am Jetta auch gelegentlich. Irgendwann waren die Gummihüllen des Antriebsgelenks gerissen und mussten ausgetauscht werden. Zum Abziehen des Gelenks war ein Abziehwerkzeug nötig (Bild links). Zum Festziehen des Schlauchbinders benutzte ich zuerst eine alte Beißzange. Da aber nach einiger Zeit Fett heraus gedrückt wurde, musste der Schlauchbinder fester angezogen werden. Ich konstruierte mir deshalb ein Spezialwerkzeug (Bild Mitte). Bei abgeschraubtem Bremssattel konnte das Spezialwerkzeug angesetzt werden.

Beim Audi konnte ich jede Menge Erfahrung sammeln, wie der Rost bekämpft werden kann. Am Jetta führte ich deshalb eine umfangreiche Hohlraumversiegelung durch. Rostige Flecken werden mit Fett behandelt, damit's nicht weiterrosten kann. Am Schweller und am Frontblech nehme ich Konservierungswachs. Ich bin der Ansicht, dass an einem so alten Auto schon ein wenig Rost sichtbar sein darf; er darf halt nur nicht weiter fortschreiten!
Zur Lackpflege nehme ich Plastal 66 das ich mal auf der Messe "Heim und Handwerk" in München kaufte (früher war ein ähnliches Produkt unter B 2000 bekannt). Dieses Mittel ist sehr ergiebig und ich bin recht zufrieden damit, da es vor allem für alte Lacke gut geeignet ist. Die 1-Liter-Flasche habe ich schon seit mehr als 15 Jahren. Allerdings weiß ich nicht, ob dieses Mittel noch im Handel erhältlich ist.
Irgendwann nervten mich diese Rostflecken. Mit Rostumwandler machte ich schon einige gute Erfahrungen, also nahm ich ihn. Da die Deckfarbe in einer Spraydose ist, sprühte ich etwas in einen Becher und überstrich die Flecken mit dem Pinsel. Da die Kunststoffteile an Kotflügeln und Stoßstangen schon ziemlich alt aussahen, behandelte ich diese mehrmals mit Kunststoffreiniger. Nun sehen sie wieder fast wie neu aus.
Allerdings störten mich dann die Rostflecken an den Felgen. Zuerst machte ich sie mit einer Drahtbürste sauber, dann bestrich ich die Rostflecken mit Rostumwandler. Neben die Felge klebte ich Tesa-Krepp an die Reifen (Bild links) und legte eine Pappschablone darüber (Bild rechts), somit kommt keine Farbe an den Gummi. Danach spritzte ich sie mit Felgenspray und zog nach dem Trocknen das Tesa-Krepp wieder ab. Falls doch Spritzer drauf sind, entferne ich diese mit Azeton.
Liegefläche für den VW Jetta
Im Jahr 2010 zimmerte ich für den Jetta dann wieder ein Brett zurecht, wie ich es damals für den Audi hatte. Am Ford-Kastenwagen schwächelt bereits die Kupplung deutlich und ich zweifelte an dessen Zuverlässigkeit. Eine mehrtägige Fahrt unternahm ich deshalb lieber mit dem Jetta. Auf der Autobahn fuhr ich zwar nur max. 120 km/h, der Verbrauch lag bei achtbaren 6,8 Liter auf 100 km!
Der Sitz vorne und hinten ist schnell ausgebaut und mit wenigen Handgriffen ist das Brett eingelegt.
Darüber wird eine Schaumgummimatratze, ein Kissen...
...und der Schlafsack gelegt.
Unter dem Brett können verschiedene Sachen verstaut werden. Mit einem kurzen Holzscheit kann man das Brett etwas anheben, um Teile leichter herausnehmen zu können.
Damit ich in die Garage leichter rückwärts Einparken kann, habe ich mit weißer Farbe Markierungen am Boden angebracht. Der Reifen wird dabei seitlich angestellt. Somit ist sicher gestellt, dass man nicht zu nahe an die Wand fährt oder diese gar berührt.
Die letzte große Fahrt mit dem Jetta
Im Mai 2011 fuhr ich nach Neckarsulm, um das Zweiradmuseum zu besuchen. Allerdings merkte ich schnell, dass man mit einem 29-jährigen Auto in dieser Stadt nicht willkommen ist. Eigentlich hätte ich umkehren müssen, da die ganze Stadt praktisch eine "Umweltzone" ist. Ich fuhr trotzdem weiter, auch wenn ich dabei die Zahlung eines Bußgeldes riskierte.
Am Parkplatz in der Nähe vom Audi-Forum stellte ich das Auto ab und ging die 10 Minuten zu Fuß zum Museum. Als ich nach fünf Stunden zurück kam, war auch kein Strafzettel an der Windschutzscheibe - nochmal Glück gehabt. Ich fuhr dann möglichst schnell aus der "Umweltzone" raus und weiter ins hessische Bebra, wo ich an der jährlich stattfindenden Redaktionssitzung der VdS (Vereinigung der Sternfreunde) teilnahm.
Ein paar Tage nachdem ich wieder zu Hause war, bemerkte ich ein Leck an einem Kühlschlauch (Pfeil im Bild links). Eine Anfrage bei VW ergab, dass dieses Ersatzteil nicht mehr lieferbar ist. Wenn von VW in diesem Fall keine Hilfe mehr zu erwarten ist, musste ich also tricksen. Der Riss war direkt beim Schlauchbinder. Nach einigen Überlegungen schnitt ich knapp einen Zentimeter ab und montierte den Schlauch wieder. Nun ist er wieder dicht.
Allerdings nehme ich diese beiden Vorfälle (Fahrverbote, mangelnde Ersatzteilversorgung) zum Anlass, das Auto jetzt noch mehr zu schonen und auf weitere Reisen zu verzichten. Das Auto hat schließlich auch schon 175.000 km drauf.
Der nächste Defekt:
Im November 2011 wollte ich den Jetta nach drei Wochen Pause wieder starten. Der Anlasser drehte durch, der Motor machte aber keinen Mucks. Zuerst verdächtigte ich den Unterbrecher und kontrollierte das mit der Prüflampe. Da dieser offensichtlich richtig funktionierte, verdächtigte ich als nächstes die Benzinpumpe. Ich baute deshalb den Schlauch ab, steckte ihn in eine Blechbüchse und ließ den Anlasser durchdrehen. Siehe da - nichts kam. Also ist es entweder die Benzinpumpe oder die Benzinleitung ist verstopft. Das lässt sich leicht prüfen. Gut, dass der Baumarkt gleich um die Ecke ist und ich holte mir dort ein Stück durchsichtigen Kunststoffschlauch. Ich drehte mir schnell einen Adapter, steckte den 1 Meter langen Schlauch an den Benzinschlauch und saugte vorsichtig am anderen Ende mit dem Mund an. Ich sah, dass sich der Sprit leicht ansaugen ließ - die Leitung ist also nicht verstopft. Bei VW sagte man mir, dass die Benzinpumpe leider nicht mehr lieferbar ist. Man gab mir den Tipp, mal beim Bosch-Dienst nachzufragen. Die hatten das Teil sogar auf Lager! Also baute ich die Pumpe ein. Jetzt läuft er wieder...
Da die Benzinpumpe das letzte Mal vor 14 Jahren kaputt ging (sie hielt 70.000 km) überlege ich nun, dass es nicht dumm wäre, immer ein solches Ersatzteil dabei zu haben...
NEU: Pflege- und Wartungsarbeiten am VW Jetta
5. Ford-Kastenwagen (1999-2011)
Als ich dann wieder weitere Touren unternehmen wollte, kaufte ich einen Kastenwagen. Anfangs war das Fahren damit etwas gewöhnungsbedürftig, da der freie Rundumblick fehlte. Das Rückwärtsfahren und Einparken bedurfte einiger Übung.
Das Auto hat zwar 75 PS bei 1400 cm³, im Gegensatz zum Audi 80 mit 55 PS aber nur mäßigen Durchzug. 10 PS weniger Höchstleistung, dafür aber guten Durchzug aus unteren Drehzahlen wären mir wesentlich lieber. Schon in der zweiten Woche kam die nächste Enttäuschung. Ich hatte den Wagen gleich nach der Übergabe voll aufgetankt, als er nach 450 km plötzlich stehen blieb. Die Benzinuhr war zwar erst im letzten Viertel; ich vermutete aber, dass der Sprit alle ist. Tatsächlich! Nachdem fünf Liter nachgefüllt waren, konnte das Auto wieder gestartet werden. Sogleich reklamierte ich beim Verkäufer. Nach einigen Wochen wurde dann die ganze Konsole samt Tacho und Drehzahlmesser ausgewechselt (die Benzinuhr ließ sich nicht einzeln auswechseln). Leider musste ich danach feststellen, dass eine Konsole ohne den Drehzahlmesser eingebaut war. Das gefiel mir gar nicht. Außerdem zeigte die Benzinuhr immer noch falsch an. Nach einigen Wochen wurde alles nochmal getauscht. Der Drehzahlmesser war wieder drin - die Benzinuhr ging immer aber immer noch nicht. Nach deren Anzeige sollen bei vollem Tank nur noch ca. 10 Liter drin sein, bei fast leer zeigt sie "voll" an. Die Werkstatt hätte mir das Ganze zwar nochmal gewechselt, aber ich war nach diesen zwei Versuchen skeptisch geworden. Wenn sie es bei zwei Versuchen nicht schaffen, wird das wohl kaum beim dritten Mal möglich sein. Außerdem wusste ich von einem Bekannten, der das gleiche Auto hat, dass auch bei ihm die Werkstatt die Benzinanzeige nicht reparieren konnte. Wenn man weiß, dass die Benzinuhr verkehrt herum anzeigt, ist das ja auch kein Problem.
Diesen Kastenwagen baute ich so aus, dass ich eine bequeme Liegefläche darin habe. Unterhalb der Liege ist noch genug Stauraum. Zusätzlich baute ich rechts einen Tisch an, auch darin ist genügend Stauraum.
Bei meinen Autotouren bin ich immer Selbstversorger. Die Übernachtungsplätze sind meistens neben (ungesperrten) Feldwegen. Ich stelle den Wagen so ab, dass er von der Straße nicht einzusehen ist. Das ist wichtig, denn ein nachts parkender Wagen in der Nähe einer befahrenen Straße würde nämlich garantiert die Neugierde mancher Zeitgenossen erwecken. Ich hatte bei meinen Übernachtungen noch nie irgendwelche Schwierigkeiten, weder im Ausland noch in Deutschland. Da hatte ich manchmal wirklich schöne Plätzchen gefunden!
In den modernen Autos ist mittlerweile jede Menge Elektronik reingestopft, entsprechend sind auch viele Kabel verbaut. Ich hörte, dass in unserer Gegend schon etliche Schäden durch Marderverbiss entstanden. Reparaturen kann man oft selbst nicht durchführen, zudem kann das Ganze recht teuer werden. Deshalb wollte ich mein Carport mardersicher ausbauen.
Zuerst besorgte ich mir ein paar Rollen 1 m breiten Maschendraht. Dann bastelte ich aus Dachlatten drei Rahmen, an denen der Maschendraht mit Krampen befestigt wurde. Diese drei Rahmen können zwischen den Pfosten des Carports ein- und ausgehängt werden. Zwischen den anderen Pfosten wurde ebenfalls Maschendraht befestigt. Ich dachte, dass durch den 1 m hohen Maschendraht genug abgesichert wäre. Das war jedoch ein Irrtum! Da sah ich doch tatsächlich ein paar Wochen später, wie Nachbars Mieze einfach über den Zaun sprang (zu allem Übel verscharrte sie dabei zuvor noch ihre Hinterlassenschaften im lockeren Sand). Dies bewegte mich, das Carport vollkommen mit Maschendraht und Vogelnetz zu verschließen. Am unteren Ende vom Vogelnetz band ich eine Latte an, um es leichter öffnen und am oberen Balken einhängen kann. Das Ganze hat sich seit etlichen Jahren bestens bewährt.
Hier noch ein paar Impressionen von meinem letzten Urlaub in Schweden und Norwegen:
Auf einer Schotterpiste nahe am Polarkreis kann es durchaus 20 Minuten dauern, bis mal wieder ein Fahrzeug vorbei kommt.
urige Wildnis
Man kann ganz schön erschrecken, wenn plötzlich so ein Troll vor einem steht.
Am nördlichen Polarkreis
am Trollstigen
am Geiranger-Fjord
die Sprungschanzen in Lillehammer
Den Service führte ich auch hier immer selbst durch. Dazu besorgte ich mir diese Bücher.
Das neuere Fachkundebuch Kraftfahrzeugtechnik legte ich mir zu, da es auf diesem Gebiet viel Neues gibt - vor allem in der Elektronik.
Als ich mal bei ca. 50.000 km in der Werkstatt Kühlwasser nachfüllen ließ, fragte mich der Chef, ob ich schon mal die Zahnriemenspannung kontrolliert habe. Der Zahnriemen wäre ein kleiner Schwachpunkt, meinte er. Das überprüfte ich sofort und stellte fest, dass er schon deutlich locker war. Deshalb wechselte ich ihn.
Bei ca. 100.000 km ging dann die Wasserpumpe kaputt. Glücklicherweise geschah dies im Nachbardorf und ich schaffte es noch bis nach Hause. Ich sah, dass der Zahnriemen schon wieder locker war und zudem etwas vom ausgelaufenen Kühlwasser abbekam. Also wechselte ich ihn ein weiteres Mal. Die Abdeckung des Zahnriemens war schwierig abzubauen und ich verzichtete deshalb auf einen weiteren Einbau. Es geht da ziemlich eng her, die Hydraulikleitung samt Behälter war umständlich abzubauen und auch an die Schrauben gelangte man nur mit großer Mühe. Außerdem konnte ich so die Spannung des Riemens jederzeit kontrollieren (Bild links).
Zur gleichen Zeit merkte ich, dass gelegentlich die Kupplung rutschte. Dass dies schon bei 100.000 km auftritt, wunderte mich schon etwas. Außerdem war schon Rost am rechten Schweller. Zu dieser Zeit war gerade die Banken- und Wirtschaftskrise und von der Regierung wurde die Abwrackprämie beschlossen. Da das Auto mittlerweile schon neun Jahre alt war, überlegte ich, ob ich ihn auf diese Weise verschrotten sollte. Ich machte es nicht. Stattdessen schweißte ich den Schweller und wechselte vor dem Winter vorsichtshalber die neun Jahre alte Batterie aus. Außerdem war ein neuer Auspuff fällig. Im Dezember 2009 fuhr ich dann zum TÜV und außer leichten Mängeln war nichts zu finden. Auch die etwas lahme Kupplung fiel nicht auf.
Ein paar Tricks und Werkzeug:
Etwas nervig war austretendes Öl am Öleinfüllstutzen. Ich löste dieses Problem, indem ich einfach einen Lappen dazwischen legte und den Deckel darüber stülpte.
Zum Abziehen der Kunststoff-Radkappen benütze ich einen gebogenen Haken aus Schweißdraht. Man muss etwas vorsichtig sein, dass sie nicht brechen. Damit sich die Radkappe leichter montieren lässt, gebe ich etwas Fett an die Klammern. Ein Fettkübel mit Malerpinsel steht für solche und ähnliche Zwecke immer in der Werkstatt bereit.
Für den hydraulischen Wagenheber (belastbar bis 3.500 kg) baute ich ein universell verwendbares Werkzeug, das am Falz des Schwellers eingelegt wird.
Ein Unterstellbock ist nötig, wenn der Wagen absolut sicher aufgebockt stehen soll. In den Falz des Schwellers wird dabei ein Unterlegstück gelegt, das ich aus Resten einer Spanplatte herstellte. Ich habe davon jeweils vier Stück, die vier Unterstellböcke kaufte ich im Baumarkt.
Billige Reparatur der Heckscheibe
Als ich im Winter 2011 mal bei Dunkelheit rückwärts ins Carport fuhr - die Scheiben waren auch angelaufen - übersah ich das offene Gartentor. Es gab einen Knall und die hintere Scheibe zerbrach in Tausende kleine Stücke. Die Klinke stieß dabei gegen das Glas. Eine neue Scheibe wollte ich aber nicht einbauen lassen, da ich das Auto eh nur noch ein knappes Jahr fahren werde. Ich nahm eine dünne beschichtete Holzplatte, sägte sie entsprechend dem Fensterrahmen aus und schraubte sie mit acht kleinen Schrauben an. Damit kein Wasser eintreten kann, befestigte ich am Rand Klebeband.
Um ganz ehrlich zu sein: Außer Benzin in den Tank und Luft in die Reifen will ich eigentlich nichts mehr in die Kiste investieren.
Zuletzt noch ein paar Defekte: Erst der Anlasser, dann die Lichtmaschine
Das neue Auto ist bestellt und vier Wochen vor der Auslieferung ging an der Kiste noch etwas kaputt. Beim Drehen des Zündschlüssels ging nichts mehr. Also lief ich die 1½ km zu Fuß nach Hause. Danach schleppten wir das Auto ab. Ich baute den Anlasser aus und sah sogleich die Bescherung: Das Kabel zu den Kollektorkohlen war durchgeschmolzen. Ich fragte beim nahe gelegenen Bosch-Dienst, wie das geschehen konnte. Der Mann sagte: "Ganz einfach, durch Korrosion wurde die Litze immer dünner, bis es ihr zu heiß wurde und eben durchschmolz". Ich fragte, ob ich die Litze durch ein Kupferblech ersetzen könnte. "Das geht, wenn der Querschnitt mindestens 5 mm² beträgt." meinte er. Also versuchte ich es.
Das Ganze ging sogar relativ einfach. Mit zwei Schrauben M3 befestigte ich ein 0,7er Kupferblech an die Halterung für die Kollektorkohlen. An der dünnsten Stelle hat es 8 mm, der Querschnitt beträgt also über 5 mm². Mit einem weiteren angeschraubten Blech wird es verbunden. So baute ich den Anlasser wieder ein und er funktionierte wieder.
Ein paar Tage später leuchtete dann die rote Lampe auf, das ist doch wie verhext! Gleich hatte ich den Verdacht, dass die Batterie nicht mehr geladen wird. Mit einem Voltmeter überprüfte ich es, der Verdacht hat sich somit bestätigt. Es ist entweder die Lichtmaschine oder der Regler defekt, möglicherweise sind auch die Kohlen abgenutzt oder ein Kabel unterbrochen. Eine kostspielige Reparatur kommt für mich auf keinen Fall in Frage, da das neue Auto in ein paar Wochen da sein wird. Also lade ich die Batterie alle paar Tage auf und fahre mit Batteriestrom. Allerdings fahre ich auch nicht weiter als 10 km. Außerdem parke ich das Auto - wenn möglich - an einer abschüssigen Stelle, damit ich es abwärts rollen lassen kann, falls der Anlasser nicht mehr durchzieht. Hat das Fahrzeug dann eine gewisse Geschwindigkeit erreicht, schalte ich die Zündung ein, lege den zweiten Gang ein und lasse die Kupplung kommen. Das Gefälle braucht übrigens gar nicht so groß sein, ich hab' das schon ein paar Mal probiert. Falls ich trotzdem liegenbleiben sollte, fahre ich eben mit dem Klapprad zurück, das ich immer dabei habe.
Außerdem kann ich laufend die Bordspannung mit dem Multimeter kontrollieren. Die Spannung entnehme ich dabei aus der Steckdose für den Zigarettenanzünder.
Bei voll geladener Batterie fuhr ich in vier Tagen 83 km, wobei der Anlasser 21× betätigt wurde. Dabei hielt ich die mit dem Voltmeter gemessene Spannung der Batterie fest. Zu Anfang hatte sie ohne Belastung noch 13,3 Volt. Unter Belastung, also während der Fahrt waren es 12,6 V. Nach den vier Tagen ging die Spannung auf 12,3 (ohne Belastung) und 11,9 V (während der Fahrt) zurück. Bei 12,3 V war bei kaltem Motor schon ein deutlicher Kraftverlust spürbar und ich lud über Nacht die Batterie wieder auf.
Und dass beide Gummimanschetten der Antriebsgelenke undicht sind, zählt schon gar nicht mehr.
Obwohl das neue Auto da ist, wird der Ford noch nicht verschrottet. Er wird mir die nächste Zeit als "Studienobjekt" dienen. Er wird zerlegt und dabei kann ich noch etliches von der Kfz-Technik dazu lernen. Das Ganze ist mit Bildern dokumentiert:
NEU: Teil 1: Motorhaube abnehmen, Scheibenbremsen ausbauen, Spurstange und Achsgelenk lösen, Gelenkwellen ausbauen, Tripodegelenk zerlegen, Gleichlaufgelenk zerlegen
NEU: Teil 2: Auspuff mit Krümmer abbauen, Kühlwasser ablassen, Tank ausbauen, Motor ausbauen, Kupplung ausbauen
NEU: Teil 3: Motor zerlegen, Arbeiten am Zylinderkopf
NEU: Teil 4: Getriebe zerlegen und wieder zusammenbauen
Fortsetzung folgt...
6. VW Polo (ab 2011)
Am 1. Juli 2011 holte ich den VW Polo (1200 cm³, 60 PS) ab. Schon gleich stellte ich fest, dass der Durchzug aus unteren Drehzahlen wesentlich besser ist als beim Ford. Auch erste Verbrauchsmessungen zeigen, dass der Polo zwei Liter weniger Sprit verbraucht als der Ford.
Ich kaufte ihn als Zweisitzer (sog. Gewerbepaket), um mehr Stauraum zu gewinnen, schließlich wollte ich wieder das Klapprad bzw. das Fernrohr leicht transportieren können. Zuerst musste ich allerdings die Sitzhalterung (Bild links Pfeile) mit der Eisensäge kappen. Mit der Flex wäre es zwar schneller gegangen, ich wollte aber unter allen Umständen den Funkenflug im Wageninneren vermeiden. Nun passte ich das Ganze mit 16-mm-Spanplatten an, die mit farblosem Lack gestrichen wurden. Das Bild rechts zeigt den auf 1 m ausgeklappten Meterstab.
Um an den Ersatzreifen und das Bordwerkzeug zu kommen, wurde die Grundplatte klappbar gemacht. Dazu wurde das Brett vorne am Scharnier, das normalerweise für die hinteren Rücksitze zuständig ist, befestigt. Im aufgeklappten Zustand wird es mit zwei eingehängten Schnüren gehalten.
Eine Liegefläche einzubauen, so wie beim Audi 80 oder VW Jetta, ist ja nicht mehr möglich. Laut Betriebsanleitung ist es nicht gestattet, den Beifahrersitz auszubauen (es leuchtet dann die Warnleuchte auf und zeigt eine Fehlermeldung für Airbag/Gurtstraffer an). Außerdem wäre es sowieso wegen der verbauten Kunststoffteile zu eng für die 60 cm breite Matratze. Da ich aber auf eine Liegefläche nicht völlig verzichten wollte, musste ich etwas anders vorgehen.
Die beiden klappbaren Platten lassen sich leicht entriegeln und wurden so bemessen, dass wenn der Fahrersitz ganz nach vorne geschoben ist, auch eine 1,80 m lange Matratze Platz hat (zugestiegen wird dabei über die Beifahrertür, das geht leichter). Für kurze Reisen mit ein paar Tagen geht das sicher. Auf den relativ hohen Komfort, wie ich ihn beim Kastenwagen hatte, muss ich allerdings verzichten. Da hatte ich für die Reiseutensilien genug Stauraum. Hier muss ich diese in Koffern oder Kisten unterbringen. Damit das Ganze auf der glatten Oberfläche der lackierten Spanplatte während der Fahrt nicht so leicht verrutscht, muss man sich mit zwischengelegten Decken helfen.
Da der Polo recht verbreitet ist, gibt es auch schon mehrere Bücher. Diese drei habe ich mir besorgt.
Das stinkt mir aber jetzt gewaltig!
Als vor Jahren für ältere Autos die Kfz-Steuer unverschämt erhöht wurde und auf den Treibstoff eine sog. Öko-Steuer erhoben wurde, machten sich die Politiker bei mir schon äußerst unbeliebt. Nun - im März 2011 - wurde das Super E10 eingeführt, das bekanntlich von älteren Fahrzeugen nicht benutzt werden kann. Super wurde genauso teuer als Super Plus aber 8 ¢ teurer als Super E10. Super wird es wohl bald auch nicht mehr geben und dann muss für ältere Fahrzeuge das teurere Super Plus getankt werden.
Die Entscheidung, Lebensmittel wie Zuckerrüben und Getreide zur Gewinnung von "Biosprit" zu verwenden, halte ich für völlig falsch. Genauso falsch wie die Staatsverschuldung auf über 1.000 Milliarden € wachsen zu lassen. Wundern sich diese Politiker noch, dass die Leute politikverdrossen sind und nicht mehr zur Wahl gehen wollen? Mich wundert das jedenfalls nicht!
Die sog. "Umweltzonen" in Großstädten waren schon ein ausgemachter Schmarrn, wie wir hier in Bayern zu sagen pflegen. Obwohl nur "umweltfreundliche" Autos mit Plakette in diese Zonen fahren durften, war kaum eine Verbesserungen der Luft messbar. Teilweise war die Luftqualität (Feinstaubbelastung) sogar noch schlechter als vor Einführung der Umweltzone [siehe auch "Der Flop des Jahres" im Heft OLDTIMER PRAXIS 02/2011 auf Seite 3].
Als weiteres finde ich es ziemlich seltsam, warum die Benzinpreise innerhalb eines Tages so starken Schwankungen unterliegen. Den Grund dafür konnte mir noch niemand so richtig erklären. Früher gab's das doch auch nicht. Ein plausibler Grund wäre, mit solchen "Aktionen" Geld zu machen - was soll's denn sonst sein?
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