Das erste Bairische Teleskopmeeting (BTM 1997)
von Herbert Zellhuber
Teleskoptreffen interessieren mich. Jetzt gibt es auch eines auf dem Osterberg bei Pfünz im Altmühltal, das BTM. Natürlich fuhr ich hin. Am Freitagnachmittag kam ich an. Besucher waren noch keine da, ich war der erste. Ich unterhielt mich mit den beiden Veranstaltern Uli Zehndbauer und Andy Bender. Sie erzählten mir, dass die Idee zum BTM im Mai nach dem Vogelsberg von Uli aufgebracht wurde und Andy war sofort dabei. Ihr Verein, der AAI (Astronomische Arbeitskreis Ingolstadt e.V.) hat die nötigen Finanzen zur Verfügung gestellt und den offiziellen Veranstalterpart übernommen. Der Platz, auf dem die Veranstaltung stattfindet, gehört der DPSG-Eichstätt (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) und wurde für die drei Tage angemietet. Die Pfadfinder halten dort gelegentlich ihre Zeltlager ab. Neben der schönen, großen Wiese steht ein gemütliches Vereinsheim mit Aufenthaltsraum, auch die sanitären Einrichtungen möchte ich als sehr gut bezeichnen, sogar Dusche mit Warmwasser ist vorhanden. Im Vereinsheim ist zwar ein Matratzenlager eingerichtet, die Schlafräume sind allerdings nur für Vereinsmitglieder und eventuelle Notfälle reserviert. Dass die Benutzung des Platzes und der Räumlichkeiten nicht umsonst ist, dürfte sich von selbst verstehen. Die Standgebühr für Auto und Zelt beträgt 10.- DM, 5.- DM pro Nacht und 5.- DM für Besucher (Ich möchte hierbei erwähnen, dass die beiden Veranstalter allerdings nichts verdienen, sie machen alles ehrenamtlich!).
Im Laufe des Nachmittags kamen auch immer mehr Besucher mit ihren Teleskopen an, sogar ein Paar aus Berlin fand hierher. Von der Anzahl der Fernrohre war dieses Treffen natürlich nicht mit einem Internationalen Teleskoptreffen zu vergleichen, aber die Atmosphäre war trotzdem da. Gegen Abend war es immer noch bewölkt und es schaute so aus, als ob es diesmal nichts wird mit dem Beobachten. Nun, wenn es schon nichts zu gucken gibt, unterhält man sich eben, Gesprächsstoff gibt's genug. Während ich mich mit einem anderen Bastler unterhielt, wurden wir auf erste Wolkenlücken aufmerksam gemacht. Bald darauf wurden auch schon die Fernrohre ausgerichtet. Ha - jetzt geht doch noch was! Zuerst schaute ich mich bei den anderen Teleskopen um: M13, Cirrus, M57, Jupiter, M27, Lagunennebel, also durchwegs bekannte Objekte. Ich weiß von den früheren Teleskoptreffen, dass meistens nur hellere Objekte eingestellt sind. Das hat den Vorteil, dass die Leistungen der verschiedenen Teleskope gut miteinander verglichen werden können. Jedem Einsteiger kann ich nur wärmstens empfehlen, vor dem Kauf eines Instruments erst mal ein Teleskoptreffen zu besuchen, um die verschiedenen Fernrohrtypen kennenzulernen und deren Leistungen einzuschätzen. Viele Neulinge kennen die Objekte oft nur von Fotografien, entsprechend groß ist dann die Enttäuschung, wenn sie diese mit dem Anblick in kleinen Fernrohren vergleichen.
Was mir bei diesem Treffen etwas angenehmer auffiel, war die Lichtdisziplin der Teilnehmer und Besucher. Bei den großen Treffen müssen scheinbar erst laute Worte oder gar derbe Flüche über den Platz schmettern, bis manche kapieren, dass das Fahren mit Abblendlicht auf dem Beobachtungsplatz nicht geduldet wird. Leider dauerte der Spaß mit dem Beobachten nicht allzu lange, denn nach 2½ Stunden zogen wieder Wolken auf. Nach und nach wurden die Teleskope wieder eingepackt, es bestand wenig Hoffnung auf eine klare Nacht.
Der Samstag begann mit schönem Wetter. Fernrohre wurden wieder aufgebaut, Erfahrungen ausgetauscht, Adressen gewechselt, Okulare getestet, Bilder hergezeigt usw. Bei einem Teleskoptreffen kann man so ziemlich alles erfahren, es gibt auch immer wieder Neues. An interessanten Gesprächen fehle es auch diesmal nicht. Es fand auch ein kleiner Flohmarkt statt, bei dem allerdings keine Astro-Händler eingeladen waren. Am Nachmittag wurden im Aufenthaltsraum einige recht interessante Vorträge abgehalten. Auch interstellarum war hier und baute einen kleinen Info-Stand auf. Gegen Abend waren leider immer noch Wolken da. Als der Himmel nach Wolkenlücken absucht wurde, erkannten einige ein seltsames Schimmern, das sich leicht hin- und her bewegte. Was war das? Nach kurzer Zeit war das Rätsel gelöst - ein Sky-Beamer! Ach ja, das Volksfest im nahegelegenen Eichstätt. Nach einiger Zeit lief dieses Ding dann mit voller Leistung. Ach du Schei..! Das darf doch nicht wahr sein! Der Ärger war groß, half aber momentan auch nicht weiter, deshalb flachste ich lieber noch einige Zeit mit den Leuten von interstellarum 'rum. Danach noch ein paar Gläschen Sekt beim Nachbarn - also uns hat es hier gefallen, nächstes Jahr treffen wir uns wieder.
Am Sonntagvormittag herrschte Aufbruchsstimmung, die Autos wurden zuerst ausgeladen, um sie dann wieder einräumen zu können - Camping macht aber trotzdem Spaß!
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