Der Fräsaufsatz

von Herbert Zellhuber


Da gelegentlich auch Fräsarbeiten nötig waren, baute ich mir 1982 den Fräsaufsatz. Dieser wird auf den Obersupport aufgeschraubt. Richtig grobes Vorschruppen ist damit allerdings nicht möglich, aber mit der Präzision beim Bearbeiten der Werkstücke bin ich recht zufrieden. Die Schwalbenschwanzführung musste ich allerdings von einer Firma anfertigen lassen, alles andere wurde selbst hergestellt.

Den kleinen Maschinenschraubstock (Backenbreite 63 mm, Spannweite 50 mm) habe ich vom Baumarkt. Er musste natürlich nachgearbeitet werden. Dazu wurden die bewegliche Backe und die Spindel abgebaut. Die untere Auflagefläche war vom Guss ziemlich uneben und wurde deshalb parallel zur oberen Führung überfräst. Dabei wurde auch gleich die untere Führungsfläche der beweglichen Backe nachgefräst. Nachdem die vier Bohrungen für die Verschraubung (M 6) hergestellt waren, konnte ich den Schraubstock wieder zusammenbauen. An den beiden Backen sind Flachstücke angeschraubt, auch diese waren ungenau gearbeitet. Der Schraubstock wurde am Fräsaufsatz sauber ausgerichtet und die vordere Fläche mit der Abstufung überfräst. Jetzt verdient dieses Teil auch das Wort »Maschinenschraubstock«.

Der Oberschlitten wird mit einem Anschlagwinkel ausgerichtet.

Nach dem der Fräsaufsatz montiert ist, wird er auf 0,01 mm ausgerichtet. Dazu verwende ich das Fühlhebelmessgerät. Den Magnetständer bastelte ich mir aus einem alten Lautsprecher, er hat mittig ein Gewinde M 8.

Der Fräsaufsatz kann nach beiden Seiten bis maximal 45° schräg gestellt werden, der Aufspannblock hat dazu eine zweite Bohrung. Das Werkstück kann auch - wie hier gezeigt - mit Spannpratzen direkt aufgespannt werden.


Die Spannzangenvorrichtung

Irgendwann fragte mich ein ehemaliger Kollege, ob ich Verwendung für einen Satz Spannzangen hätte. In ihrer Werkstatt können sie diese nicht mehr gebrauchen, da sie nicht mehr an die neue Maschine passen. Ich nahm diese Spannzangen, musste mir allerdings noch ein paar Teile drehen, um sie an meiner Drehbank verwenden zu können.

Spannzange, Abdrückmutter, Spannwerkzeug und Spannzangenhülse - die letzteren drei Teile musste ich mir selbst herstellen. Nun hatten die Fräser auch einen ordentlichen Rundlauf.

Mit Hilfe des Hakenschlüssels und der Abdrückmutter wird die Spannzangenhülse von der Arbeitsspindel abgedrückt.

Allerdings habe ich nicht alle Spannzangen in den gebräuchlichen Größen. So fehlt mir z.B. die 5er und die 6er. Ich drehte mir deshalb aus ungehärtetem Stahl ein paar Hülsen. Innen- und Außendurchmesser wurde ohne Umspannen hergestellt, damit der Rundlauf gesichert ist. Die Hülsen wurden sehr genau auf 0,01 mm gearbeitet und mit einem dünnen Sägeblatt geschlitzt. Ich habe diese Hülsen schon einige Jahre im Gebrauch, sie haben sich bisher sehr gut bewährt.


Die Kreissägevorrichtung


Das Werkzeug zur Aufnahme kleiner Sägeblätter Ø 63 mm mit einer Kegelaufnahme MK 3.


Die Digitalanzeige für den Fräsaufsatz


In der Zeitschrift Maschinen im Modellbau 2/07 sah ich einen interessanten Artikel, wie eine preisgünstige Digitalschieblehre an eine Hobby-Drehmaschine angebracht wurde, um sie als digitale Anzeige zu verwenden. Diese Idee fand ich sehr gut. Ich suchte verschiedene Baumärkte ab und für jeweils 21,79 € kaufte ich dann zwei digitale Schieblehren. Es lohnt sich, bei mehreren Anbietern zu schauen. In der Tat hätte ich bei einem anderen Baumarkt - (dort wo der Preis spricht) - für die selbe Schieblehre 67 € !! hinlegen müssen.

Erste Untersuchungen ergaben, dass das Material (gehärteter Edelstahl) ziemlich hart ist. Die Schnäbel schliff ich mit einer 1-mm-Schleifscheibe ab. Das Gehäuse wurde vorher noch mit Tesa-Band abgeklebt, damit kein Schleifstaub eindringen konnte und eventuell die empfindliche Elektronik beschädigt. Ich schliff noch jeweils zwei Nuten ein, damit die Schieblehre mit zwei Schrauben M 3 befestigt werden kann. Das Tiefenmaß wurde ebenfalls abgeschliffen. Den Grat entfernte ich mit einer kleinen Diamantfeile. Im Bild links sind die beiden einbaufertigen Instrumente.

Dann mussten noch vier kleine Halterungen gefräst werden, um die digitalen Anzeigen an den beiden Schlitten befestigen zu können. Ich achtete genau darauf, dass die Schieblehre exakt parallel zur Führung läuft. Das Bild links zeigt die Anzeige am Querschlitten.

Diese Digitalanzeige in X- und Y-Richtung ist eine echte Bereicherung! Früher orientierte ich mich an angeschraubten Stahlbandmaßen und den Skalenringen, das Ganze war aber doch etwas umständlich. An der Z-Achse beließ ich allerdings vorerst das Stahlbandmaß, vielleicht werde ich aber auch dort noch eine weitere Anzeige anbauen.


Fräser-Aufsteckdorn für 60-mm-Walzenstirnfräser


Da schenkte mir jemand glatt mehrere Walzenstirnfräser, weil sie sonst im Schrott gelandet wären. Allerdings hatte ich dazu noch keine Werkzeugaufnahme, diese musste ich mir erst herstellen.

Diverses Zubehör ist in Steckbrettern untergebracht.


Die Aufspannplatte


Die Aufspannplatte kann auch auf den Quersupport geschraubt werden, als Zwischenlage dienen vier 20-mm-Buchsen. Da hierdurch ein Zwischenraum von 27 mm entsteht, kann das Werkstück auch mit Schraubzwingen aufgespannt werden. Mit einem 35-mm-Fräser kann ich 30-mm-Platten stirnseitig bearbeiten.

Mittlerweile sah ich, dass ein seitlich angeschraubter Anschlag recht gute Dienste leisten kann. Nachdem dieser mit einer Messuhr ausgerichtet wurde, können bequem 90°-Winkel angefräst werden. Auch den 60er Walzenstirnfräser verwende ich für größere Teile gerne.

Sägevorrichtung mit Sägeblatt Ø 100 mm.
Die Spannplatte ist direkt am Support montiert, darauf können dann mit Spannpratzen Platten aufgespannt werden. Es ist übrigens besser, wenn das Sägeblatt in Gegenrichtung läuft. Dann kann das Werkstück nicht so leicht reingezogen werden. Beim Arbeiten mit Sägeblättern sollte man immer vorsichtig sein!
Allerdings verwende ich die Sägevorrichtung nur noch zum Absägen von Aluminium, um das Sägeblatt zu schonen. Für Stahl nehme ich den Trennschleifer.


Der Innenausdrehkopf


Um auch größere Teile mit dem Fräsaufsatz bearbeiten zu können, die nicht mehr auf die Aufspannscheibe passen, besorgte ich mir eine 20-mm-Stahlplatte 140×140 mm. In die Platte sind zahlreiche Gewinde M 5 geschnitten und das Werkstück kann mit Spannpratzen befestigt werden.


Vor etlichen Jahren kaufte ich mir vom Flohmarkt einen Innenausdrehkopf aus russischer Fertigung. Damit können Bohrungen bis Ø 40 mm hergestellt werden. Es gibt aber einen Trick, um 15 mm größere Bohrungen auszudrehen: Man spannt das Werkzeug im Dreibackenfutter exzentrisch ein! (Bild rechts)


Der Schlagzahnfräser


Mittlerweile baute ich mir noch einen Schlagzahnfräser. Damit kann man große Flächen auf der Drehmaschine planfräsen. Der Aufbau ist einfach: Man spannt eine Scheibe mit Ø 100 mm in das Backenfutter, in welcher eine Art Drehmeißel festgeschraubt ist. Dieses Werkzeug schliff ich mir aus einem abgebrochenen Gewindebohrer zurecht.


Mit Hilfe des Anschlags und einer gegenüber angeschraubten Spannleiste können auch größere Teile eingespannt werden. Hier wird mit dem Schlagzahnfräser eine Holzplatte abgefräst (die Platte wurde nur zur Anschaulichkeit nach links versetzt!).

Bohrer unter 13 mm haben in der Regel einen zylindrischen Schaft. Ich habe einige größere Bohrer mit konischem Schaft MK 2. An meiner Ständerbohrmaschine kann ich diese allerdings nicht einspannen, also behelfe ich mir mit der Drehmaschine. Bei der Herstellung eines Steckbretts klemmte ich die 18er und 20er Bohrer mit Hilfe eines Morsekegel-Reduzierstücks (MK 3 auf MK 2) im Spindelstock und befestigte auf der Aufspannplatte das Holzbrett mit zwei Schraubzwingen.


Das Teilgerät

Statt des Maschinenschraubstocks kann an die Fräsvorrichtung ein Teilgerät angeschraubt werden. Dazu wird an das Dreibackenfutter mit drei Schrauben die selbstgebaute Gradscheibe (das Anbringen der 360°-Teilung ist eine eigene Geschichte) montiert. An die Fräsvorrichtung wiederum kommt eine runde Führung, die Gradscheibe hat dabei nur wenige Hundertstel Millimeter Spiel. Das Ganze wird mit je zwei oder vier Krallen befestigt.


Mittels Teilkreisen können damit genaue Bohrungsabstände und symmetrische Fräsungen hergestellt werden.



Das kleine Teilgerät


Das kleine Teilgerät wird zwar primär für die Universalschleifmaschine verwendet, leistet aber gelegentlich auch hier gute Dienste. Allerdings können nur Teile in der Größe der vorhandenen Spannzangen eingespannt werden. In diesem Fall wird ein kleiner 4-mm-Sechskant angefräst.

Hier ist das Teilgerät lediglich am Drehstahlhalter befestigt, wobei der Schlagzahn das Werkstück bearbeitet.


Anschläge für die Herstellung vieler gleicher Teile

Ein Anschlag am Schraubstock kann sehr praktisch sein, wenn mehrere gleiche Teile angefertigt werden.


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