Meine Fotoapparate
von Herbert Zellhuber
Im Alter von 12 Jahren (1966) durfte ich die ersten Versuche mit einer rein mechanischen Kleinbildkamera machen. Die Bedienung war ähnlich wie bei dieser Voigtländer mit Objektiv 2,8/50 und Belichtungsmesser. Blende (2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22), Belichtungszeit (B für Dauerbelichtung, 1 - 1/2 - 1/4 - 1/8 - 1/15 - 1/30 - 1/60 - 1/125 - 1/250 - 1/500 Sekunde) und Entfernung (ab 1 m) wurden manuell eingestellt. In der Regel nahm ich Blende 8. Um verwackelte Bilder zu vermeiden, belichtete ich freihändig nicht unter 1/30 sec. Als Begleitbuch bekam ich das Buch "Wir fotografieren farbig und schwarzweiß" geschenkt. Anfangs wurde mit Schwarzweißfilm gearbeitet, später mit Diafilm. Wenn auch gelegentlich Einstellfehler vorkamen, waren meine Ergebnisse durchaus vorzeigbar. Wir hatten diese Kamera bis 1972, dann ging der Filmtransport kaputt.
Ich arbeitete damals als Feinmechanikerlehrling bei Agfa und konnte als Werksangehöriger die OPTIMA 500 sensor günstiger beziehen. Sie hatte ein Objektiv 2,8/42 und Belichtungs- und Blendenautomatik, man brauchte nur noch die Entfernung einstellen. Allerdings musste dazu immer eine Batterie eingelegt sein. Ich hatte die Kamera oft auf meinen Motorradtouren dabei. Leider ging sie schon nach ein paar Jahren kaputt, offensichtlich taten ihr die Vibrationen des Motorrads nicht gut. Ich ließ sie reparieren, verzichtete aber seither auf die Mitnahme bei Motorradtouren.
Die AGFAMATIC 100 sensor bekam ich von der Firma geschenkt, als ich mit Erfolg die Lehre abgeschlossen hatte. Die Ergebnisse mit dieser Kamera waren aber eher bescheiden. Es waren nur zwei Belichtungseinstellungen vorhanden, auf eine Entfernungseinstellung wurde ganz verzichtet.
Rein mechanische Kameras ohne Belichtungsautomatik wurden Ende der 70er Jahre kaum noch hergestellt. Trotzdem kaufte ich eine REGULA picca cs mit Selbstauslöser und Objektiv 2,8/40, da sie vom Händler als recht robust beschrieben wurde. Die Kamera hat eine Zeit/Blendenkombination, die Belichtungszeit kann nicht getrennt eingestellt werden. Leider hatte der Apparat schon nach ein paar Jahren eine Macke. Ich musste immer aufpassen, dass der Filmtransporthebel ganz bis zum Anschlag gedreht wird. Sonst kann es vorkommen, dass nach dem Auslösen der Verschluss offen bleibt.
Rein mechanische Spiegelreflexkameras gab es Anfang der 90er Jahre nur noch auf dem Gebrauchtmarkt. Solche Kameras kosteten um die 100 bis 150 DM. Objektive mit Gewinde M 42×1 gab es für 20 bis 50 DM, ich nahm solche mit 50, 35 und 28 mm Brennweite. Erst mit dieser Gerätschaft lernte ich das Fotografieren so richtig, da ich auch Nahaufnahmen machen konnte und verschiedene Objektive verwenden konnte. Ich besorgte mir mehrere Gehäuse (eines bekam ich von einem guten Bekannten geschenkt), da ich immer mehrere Filme (schwarzweiß 125, schwarzweiß 400 für Astrofotografie, Farbnegativfilm 200, Diafilm) brauchte.
Einige Zwischenringe mit Gewinde M 42×1 kaufte ich mir, die anderen stellte ich an der Drehbank her. Somit konnte ich die Kameras auch für die Astrofotografie an verschiedenen Optiken verwenden, siehe auch mein Instrumentarium für die Astrofotografie.
Für Nahaufnahmen nahm ich meistens eine alte Filmleuchte mit 600 Watt Leistung, diese brachte bessere Ergebnisse als der Blitz. Den Belichtungsmesser bekam ich geschenkt.
Seit 2009 habe ich eine kleine Digitalkamera mit 10 Megapixeln (rechts im Bild). Meistens verwende ich das Format 16:9 bei einer Bildauflösung von 2 Megapixeln. Das reicht für die Betrachtung am Monitor 27×48 cm völlig aus. Papierabzüge mache ich nur selten und wenn dann höchstens im Format 10×15 cm. Durch die geringe Größe ist die Kamera beim Wandern und Motorradfahren meistens mit dabei in der Brusttasche. Die Handschlaufe benütze ich immer, da der Apparat leicht aus der Hand gleiten kann. Einmal, als ich das nicht machte, fiel die Kamera prompt zu Boden und beschädigte das Objektiv. Die Kamera war nicht mehr zu gebrauchen und ich suchte ein Gerät mit der gleichen Batterie, da ich schon eine Ersatzbatterie hatte - allein diese kostete schon ¼ der kompletten Kamera! Das war aber gar nicht so einfach. Nach Auskunft der Verkäufer kommen spätestens nach einem halben Jahr wieder neue Kameras auf den Markt, eine Kamera mit genau einer solchen Batterie zu finden wäre reiner Zufall. Ich wollte die Suche schon aufgeben, da konnte man mir bei Foto Bauer in Weilheim das passende besorgen.
2010 konnte ich günstig die digitale Spiegelreflexkamera SONY α200 bekommen, siehe auch Teleobjektive und Makroobjektive für die digitale Spiegelreflex-Kamera. Die Digitaltechnik hat natürlich große Vorteile, da man das Ergebnis sofort betrachten kann und nicht mehr erst den Film entwickeln muss. Entsprechend oft wird auch fotografiert, da keine Kosten für den Film entstehen. Allerdings müssen viele digitale Bilder mit dem Bildbearbeitungsprogramm nachgearbeitet werden, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erhalten.
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