Das Justieren eines Binoansatzes

von Herbert Zellhuber

Die Kollimation eines Binoansatzes kann recht gut mit dem Laserjustierer überprüft werden. Bekanntlich wird durch den Würfelteiler der Lichtstrahl geteilt und über Prismen in die Okulare geleitet. Setzt man also vor den Würfelteiler einen Laserjustierer, so wird das Licht ebenfalls dort hin geleitet.

Auf Bild 1 sieht man (von rechts) den Laserjustierer, zwei Zwischenhülsen, einen 1¼"-Adapter, den Binoansatz und zwei Abdeckungen.

Auf Bild 2 ist der Laserjustierer in einen Maschinenschraubstock gespannt, darüber sind die beiden exakt planparallelen Zwischenhülsen gesteckt (eine lange Hülse ginge natürlich auch, ich brauche diese beiden aber noch für einen anderen Zweck). Darauf ist der Binoansatz mit dem angeschraubten 1¼"-Adapter. Als weiteres sieht man in der linken Okular-Klemmhülse eine Abdeckung, damit man nicht in den Laserstrahl blicken kann. Rechts liegt eine matte Plexiglasscheibe mit einer mittigen Markierung. Wird der Laserjustierer eingeschaltet, kann man an der Plexiglasscheibe sehen, ob der Strahl die Mitte trifft. Zum Überprüfen der linken Seite vertauscht man die Abdeckungen. Trifft der Strahl nicht die Mitte, werden mit den entsprechenden Schräubchen die Prismen eingestellt. Allerdings sollte man zuerst überprüfen, ob die beiden Okular-Klemmhülsen mittig zentriert sind. Bei diesem Bino sind die beiden Okular-Klemmhülsen mit drei Schräubchen gehalten. Beim Lösen dieser Schräubchen kann die Hülse ca. 1mm seitlich verschoben werden.
Zur weiteren Überprüfung nahm ich den Binotest der Fa. Pieper, wie er schon bei der Feldstecherjustierung verwendet wurde. Den Binoansatz mit 20mm-Okularen setzte ich hierzu an meinen Refraktor 80/500 und richtete ihn auf einen Strommast in mehreren hundert Metern Entfernung. Dann hielt ich den Binotest hinter die Okulare und beobachtete dessen Austrittsöffnung. Zum Erkennen des richtigen Justierzustandes braucht man wiederum ein wenig Übung. Wenn das Bild hin- und herspringt ist die Justierung nicht in Ordnung und muss an den Justierschrauben korrigiert werden, bis sich beide Bilder exakt decken. Dazu sollte man allerdings darauf achten, dass man Okulare verwendet, die exakt zentriert sind.
Wenn die Prismen am Bino eingestellt sind, kann man kontrollieren, ob auch beide Bilder den selben Bildausschnitt zeigen. Schauen Sie dazu abwechselnd mit einem Auge durch das linke und das rechte Okular und beachten Sie dabei den Rand der Feldblende. In beiden Okularen sollte der selbe Bildausschnitt zu sehen sein. Bei kurzbrennweitigen Okularen kann man das am leichtesten feststellen. Abweichungen können dann durch leichtes Versetzen der Okular-Klemmhülsen korrigiert werden.

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