Das Justieren eines Refraktors

von Herbert Zellhuber

Zum Justieren von Okularauszug und Objektiv eines Refraktors braucht man ein Chesire-Justierokular mit einem Fadenkreuz. Es ist darauf zu achten, dass das Justierokular im Okularauszug nicht verkantet wird. Gelegentlich ist bei Reduzierhülsen die Bohrung schief, eine exakte Justage ist dann natürlich nicht möglich! Als nächstes wird eine Außenabdeckung für das Objektiv benötigt, diese kann man aus Pappe basteln. Zur Objektivseite wird schwarzes Papier geklebt (bekommt man im Schreibwarenhandel) und mittig eine helle Markierung angebracht. Das Chesire-Justierokular steckt man dann in den Okularauszug und peilt durch die kleine Bohrung über das Fadenkreuz. Bei ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen kann man mit einer Taschenlampe durch die Öffnung am Chesire seitlich Licht einspiegeln. Ist der Okularauszug richtig montiert, so zeigt das Fadenkreuz auf die Mittenmarkierung der Objektivabdeckung. Zeigt das Fadenkreuz daneben, wird mit den Justierschrauben des Okularauszugs dieser entsprechend eingerichtet.
Danach wird die Kollimation des Objektivs überprüft. Wieder ist die Außenabdeckung des Objektivs angebracht und man blickt durch die kleine Bohrung des Justierokulars. Vom Objektiv wird das Justierokular mit Fadenkreuz, die polierte Fläche und die beiden Bohrungen Ø 2mm und Ø 10mm (siehe Zeichnung vom Chesire-Justierokular) gespiegelt. Ist das Objektiv richtig justiert, so sind Bohrungen und Fadenkreuz zentrisch zueinander angeordnet. Stimmt die Justierung nicht, so sind diese versetzt und das Objektiv muss nachjustiert werden (meistens mit drei Zug- und Druckschrauben).
Wenn Sie zum ersten Mal auf diese Weise einen Refraktor kollimieren, brauchen Sie am Anfang möglicherweise noch etwas Zeit, um die gespiegelten Bohrungen im Justierokular richtig interpretieren können. Übung macht auch hier den Meister!
Meistens wird beim Beobachten mit einem Refraktor ein Zenitspiegel oder -prisma verwendet, um ein besseres Einblickverhalten zu haben. Auch dieses muss kollimiert sein. Hier kommt ebenfalls wieder das Chesire-Justierokular zum Einsatz. Wird das Zenitprisma kollimiert, so muss zuerst der Refraktor selbst korrekt justiert sein. Die Vorgehensweise zur Justage ist ähnlich wie beim Objektiv, die Bohrungen und das Fadenkreuz müssen zentrisch zueinander angeordnet sein.

Eine weitere Möglichkeit zur Überprüfung bietet ein anderes Justiergerät (Bild links). Ich stellte es an meiner Hobby-Drehbank her. Es hat vorne vier Bohrungen, in welche gelbe Leuchtdioden im Durchmesser von 3mm eingebaut sind. Über ein Kabel mit vorgeschaltetem Widerstand werden diese LEDs von einer Batterie gespeist. Es wird in den Okularauszug gesteckt und man blickt durch die mittige Bohrung. Bei korrekter Justierung des Objektivs sind die acht Leuchtpunkte (es sind jeweils vier kleine und vier große im Quadrat angeordnet) so platziert, dass sie zentrisch zueinander stehen. Der korrekte Sitz des Okularauszugs kann mit diesem Gerät allerdings nicht kontrolliert werden.

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