Der Antrieb war das nächste Problem: Da ich weiterhin die Objekte über Teilkreise aufsuchen wollte, brauchte ich Schneckenräder mit 72 Zähnen. Bei einer Umdrehung der Schnecke dreht sich das Fernrohr dabei in Deklination um 5° und 20min in Rektaszension. Bringt man nun am Treibrad noch Teilstriche an, so kann man 1/6° bzw. 1min ablesen. Die Transparentfolie mit dem Koordinatengitter im Sky-Atlas und in der Uranometria ist in den selben Werten unterteilt. Leider konnte ich kein Schneckengetriebe mit 72 Zähnen auftreiben und ich war gezwungen, mir ein Zahnrad mit dieser Zähnezahl auf meiner Hobbydrehbank selbst zu fräsen. Die Schnecke (auch selbstgemacht) wird hierbei nur schräg gestellt, also nach der Geradverzahnung ausgerichtet. Es war gedacht, eine Spielfreiheit dieser Einheit durch Federdruck zu erreichen, was sich allerdings in der Praxis nicht bewährte. Das Zahnrad wird zentrisch von der Buchse für Schneckenrad (13) gehalten. Außerdem ist noch eine Rutschkupplung (16) eingebaut: federbelastete Druckbolzen (17) drücken gegen die Druckplatte (15) und es entsteht je nach Federkraft ein Haltemoment. Durch die Klemme (18) kann das Schneckenrad arretiert werden. Bild 2 zeigt das Getriebe.
Da Teilkreise benutzt werden, muss die Polachse zum Pol einigermaßen genau ausgerichtet sein. Dazu dient eine kleine Visiereinrichtung oberhalb des Polgehäuses, mit welcher der Polarstern anvisiert wird.
Nachdem die Montierung einsatzbereit war (zuvor wurden selbstverständlich sämtliche gängigen Teile mit Mehrzweckfett geschmiert), ging es an die Erprobung im Alltag. Gelegentlich gab es Kleinigkeiten zu verbessern, z.B. arretierte ich mit einer Passschraube den Träger (11) mit der Lasche (5a), damit sich die Zentralverschraubung nicht mehr lösen konnte. In der Zeichnung ist noch die Ausgleichscheibe (23) eingezeichnet, diese ist nicht unbedingt nötig. Das Vorspannen des Kegelrollenlagers kann allein durch das Anziehen der Nutmutter mit ca. 1 mkp gelöst werden. Allerdings muss die Nutmutter dann durch Verdrehen gesichert werden, z.B. durch eine Madenschraube.
Nach einem Jahr baute ich mir eine motorische Nachführung mit Schrittmotor über Magnetkupplung ein (Bild 4). Die Magnetkupplung war hier nötig, da ich die Objekte weiterhin über Teilkreise aufsuchte. Mit dem Einschalten der Nachführung kuppelte automatisch die Magnetkupplung ein.
Um die Montierung schnell und exakt ausrichten zu können, sind am Dreibein Einstellspindeln mit Kontermuttern angebracht.
Ich erkannte schnell, dass ein großes Schneckenrad bei der Fotografie seine Vorteile hat. Ich hatte im Keller schon längere Zeit einige Schneckenräder rumliegen, die ich mal aus Schrottgeräten ausgeschlachtet hatte. Die Zahnflanken waren zwar kaum eingelaufen, aber dummerweise hatten diese Räder eine Ausfräsung und ich musste ein Segment aus einem anderen Schneckenrad einpassen (siehe Bild 6).
Die Montierung mit dem Polsucher usw. - statt des Polsucher-Fernrohrs ist hier eine mittig durchbohrte Peilvorrichtung eingesetzt.
Der federbelastete Tangentialarm in Deklination, der mit einer Spindel über das große Zahnrad verstellt wird. Oben im Blechgehäuse ist die Elektronik für den Schrittmotor untergebracht.
Mittlerweile kann ich die Nirosta-Montierung auch auf die Säule stellen und mit der gleichen elektronischen Steuerung betreiben wie die Nirosta-II-Montierung.