Der LED-Punktpeiler

von Herbert Zellhuber

Es gibt diverse LED-Peilgeräte im Handel, mit denen man bei Nacht eine Schusswaffe ausrichten kann (bekanntlich kann man bei Dunkelheit ja nicht mehr über Kimme und Korn zielen). Auch Amateurastronomen benutzen solche Geräte, um das Fernrohr am Nachthimmel auszurichten. Der "Telrad" ist das bekannteste Produkt. Man kann sich aber so einen Peiler selbst bauen. Beim hier gezeigten Prototypen wurde auf einen Umlenkspiegel verzichtet, ich finde das Einblickverhalten etwas günstiger als beim flach gebauten "Telrad".


Ich bastelte mir so einen Nachtpeiler aus Aluminium-Vierkantrohr 30×30×2 mm. Unten ist ein Aluminiumwinkel angebracht, mit Rändelschrauben kann das Gehäuse auf Höhe und Seite ausgerichtet werden. Gleich daneben ist eine rote Leuchtdiode eingebaut (siehe Bild links LED). Zwischen den beiden Vierkantrohren ist eine 25er Linse mit ungefähr 100 mm Brennweite aus einem billigen Feldstecher 10×25, den ich mal geschenkt bekam (siehe Bezeichnung L). Mit S ist eine Glasscheibe aus einem Diarahmen 24×36 bezeichnet, die 45° schräg zur Blickrichtung B eingebaut ist.

Schaut man nun aus einem Abstand von ca. 25 cm aus der Richtung B zum Nachthimmel, wird die Leuchtdiode eingespiegelt. Für das Auge muss man dabei die günstigste Position finden. Allerdings ist die LED noch etwas zu groß abgebildet, deshalb deckte ich diese mit einer Aluminiumfolie (Grillfolie) ab, in welcher mittig mit einer Nadel ein Loch gestochen wurde. Eventuell ist die LED noch zu hell, dann kann man einen höheren Widerstandswert in das Anschlusskabel einlöten. Bekanntlich muss ja ein Widerstand verwendet werden, damit die LED nicht zerstört wird (bei 5 V sind das 180 Ω, bei 9 V 390 Ω). Baut man einen einstellbaren Widerstand (Trimmpotentiometer) ein, kann die Leuchtstärke reguliert werden. Auch ein Schalter ist eine praktische Sache.

Die Leuchtdiode ist zur Linse so ausgerichtet, dass diese sich ungefähr im Brennpunkt befindet. Den Brennpunkt kann man folgendermaßen ermitteln: Vor ein Blatt Papier hält man die Linse und verschiebt diese soweit, bis ein weit entfernter Gegenstand (z.B. ein Haus in mindestens 100 m Entfernung) scharf auf dem Papier abgebildet wird. Dann misst man den Abstand vom Papier zur hinteren Linsenkante. Dieser Abstand wird dann zur LED eingestellt. Hat man den Abstand nicht genau getroffen, dann ist der Leuchtpunkt beim Anpeilen unscharf. Es ist empfehlenswert, wenn man die LED um ca. 10 mm in der Länge verstellen kann, um noch Einstellkorrekturen vornehmen zu können.

Ich stellte fest, dass die meisten Glasscheiben aus Diarahmen gut für diesen Zweck geeignet sind. Nur selten erwischt man ein Exemplar, das nicht funktioniert. Solche Gläser hatten eine grünliche Einfärbung. Blickt man auf die Kante des ca. 1 mm dicken Glases, fallen solche Exemplare sofort auf.


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