Das Aldi-Bino 40×60 von Frank Möller

Dieses Großfernglas besteht aus optischen Komponenten, die im Aldi-Lebensmittelmarkt gekauft wurden, nämlich einem Fernglas für 20 Euro und zwei baugleichen Refraktoren für je 39 Euro.
Da der Fernglaskörper (ohne seine ursprünglichen Objektive) über seinen Stativanschluss an der Konstruktion befestigt wird, kann das Original-Fernglas mit wenigen Handgriffen wiederhergestellt werden. Dazu sind die ursprünglichen Fernglasobjektive mit im Transportkoffer untergebracht. Dieser besteht aus dünnen Sperrholzplatten eines alten Kleiderschranks. Sein perfekt viktorianisches Aussehen verdankt er der weinroten Innenlackierung und den vermessingten Kofferschlössern aus dem Baumarkt.
Um den technischen Aufwand gering zu halten, wurde auf einen einstellbaren Augenabstand verzichtet. Ein selbstgebautes Gerät wird in der Praxis ja ohnehin nur von seinem Schöpfer genutzt. Da der Fokussiertrieb des Fernglases sehr kurz ist, sind die beiden Fernrohrobjektive über eine zwischen den Rohren angebrachte Schubstange verschiebbar. Die Kongruenz der beiden Fernrohrbilder wird durch Drehen der Fernrohrobjektive erreicht. Diese sind innerhalb der Rohre und auch in der Schubstangenführung frei beweglich.

Eine ausführliche Beschreibung des Aldi-Bino und weitere Fotos enthält Franks Beitrag in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" Nr. 4/2004, S. 78-81.

Nachbauten: Der Billig-Riese von Stefan Schimpf

Angeregt durch den Bericht in SuW 4/2004 wollte ich so ein Teil auch gleich mal nachbauen. Ich habe mir bei E-Bay zwei 60mm Teleskope ersteigert. Auch einige günstige alte Quelle-Ferngläser habe ich dort bekommen. Diese waren zum Teil vollkommen dejustiert, aber die Objektive fliegen ja eh raus. Ich habe 10×50 und 7×50 ersteigert. So kann ich auch bei zukünftigen Projekten zwischen zwei Vergrößerungen wählen. Diese Ferngläser haben eine Brennweite von 175mm, daraus ergeben sich Okularbrennweiten von 17,5mm und 25mm. Ich habe nach dem Vorbild die 17,5mm Okulare (10×50 Fernglas) genommen, hierbei ergibt sich eine Vergrößerung von 40fach. Da das Teil ja eh lichtschwach ist, wird es nur zur Mond und Sonnenbeobachtung eingesetzt. Man kann damit schön Mondfinsternisse beobachten oder mal eben mittels Objektivfilter spontan die Sonne anschauen.
Als erstes flogen die Objektive raus, bei den Teleskopen die Okularauszüge. Ich habe dann zwei Adapter aus Alu gedreht, Tubus Fernrohr - Feldstecher. Durch nach und nach Abschneiden der Teleskoptuben habe ich dann den Fokus ermittelt. Das Ganze dann am Tubus verschraubt, am Fernglas verklebt, hierbei ist alles auf Passung gedreht.
Ein Alurohr für die vier Rohrschellen habe ich mir allerdings bestellt, da ich an einer Seite eine Planfläche zum Befestigen auf Aluwinkel gebraucht habe. Das Rohr habe ich selber ausgedreht und in vier Teile geschnitten. Diese sind, wie gesagt, auf massiven Aluwinkeln (Schrotteile von meinem Betrieb) befestigt. Grob mit Unterlegscheiben und verschieben der Verschraubungen (Langlöcher) justiert. Drei Rohrschellen haben je drei kleine Madenschrauben zum befestigen. Die vierte hat M 8er Schrauben zum justieren. Dass hierbei der Tubus etwas eingedrückt wird, ist zwar nicht schön aber stabil und stört nicht. In dem Aluwinkel habe ich dann noch ein 3/8"-Gewinde für ein Fotostativ geschnitten. Das Justieren ist auch so 'ne Sache, 100% genau ist´s bei mir auch nicht, das Auge gleicht das aber wieder aus. Sollte aber nicht zu verschieden sein, sonst ermüdet das Auge.
Dann noch schwarz lackiert und man sieht die ganzen Patzer nicht mehr. Die Kosten waren deutlich unter 100 Euro. Da die Billigokulare des Fernglases hier an langer Brennweite verwendet werden, bieten sie auch am Rand eine ordentliche Abbildung.
Bei mir ist der Abstand (hängt vom Augenabstand des Erbauers ab) der optischen Achsen ca. 140mm, es könnten also Tuben bis zu 140mm parallel verbaut werden. Wie gesagt, Der Augenabstand ist fest, sonst wird´s zu kompliziert und zu teuer.
Hier stelle ich mein Bino-Projekt Skywatcher 100ED vor.

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