Azimutale Montierungen

Die azimutalen Montierungen sind relativ einfach aufgebaut, damit kann man seitlich links-rechts und nach oben-unten schwenken (im Fachjargon heißen diese Richtungen »Elevation« und »Azimut«).


Die Bilder oben zeigen ein Spektiv auf einem Fotostativ. Für die astronomische Beobachtung haben diese Montierungen allerdings einen Nachteil. Wird nämlich das Fernrohr nach oben geschwenkt, verlagert sich der Schwerpunkt und kippt bei zu geringer Klemmung sogar nach hinten bzw. unten. Für die Nachführung am Nachthimmel ist dieses System also nicht ganz so gut geeignet.

Die azimiutale Gabelmontierung ist für die astronomische Beobachtung mit kleinen Fernrohren besser geeignet. Das Fernrohr ist hier in der Mitte des Schwerpunkts gelagert, somit kann es in Zenitstellung auch nicht wegkippen. Werden schwere 2"-Okulare verwendet, so kann eine Abstützstange zu Hilfe genommen werden, um ein Abkippen zu vermeiden.

Von einer azimutalen Gabelmontierung wurde hier eine Gabel "amputiert". Dies hat den Vorteil, dass man nicht auf eine vorgegebenen Durchmesser des Fernrohres zu achten braucht. Allerdings gestaltet sich die Lagerung durch die einseitige Hebelbelastung deutlich aufwändiger.

Manche Leute sind von azimutalen Montierungen derart überzeugt, dass sie sogar einen großen Refraktor draufsetzen.


Zwei "Einarmige" - erbaut von Christoph Ries

Azimutale Gabelmontierung für ein Newton-Teleskop oder Dobson-Montierung? So gesehen könnte man die Dobson-Montierung auch als azimutale Gabelmontierung bezeichnen.

Bei dieser Ausführung der azimutalen Montierung ist ein Gegengewicht nötig. Statt des Gegengewichts kann aber auch ein zweites Fernrohr angebaut werden. Mit den beiden Knebeln wird die Reibung eingestellt, um einen möglichst günstigen Nachführwiderstand zu erreichen.

Das von Roland Schneider umgebaute C8 auf einer azimutalen Montierung. Der Fokus ist hier seitlich herausgeführt und ist immer auf der selben Höhe, egal ob nun im Zenit oder Horizont beobachtet wird.

C14 auf azimutaler Montierung

Zu lange sollte man die Gabel allerdings nicht machen, sonst kann es wacklig werden.

Dieses Gerät ist etwas umstritten. Nach Angaben des Erbauers muss der Inhalt (Rum!) jeweils zuvor ausgetrunken werden. Danach können durchaus Sterne erkannt werden...

Mit 'ner "Russentonne" ist die Zenitbeobachtung allerdings etwas schwierig, wenn das Instrument am Boden steht - auch wenn wie hier ein Zenitspiegel angebaut ist.

zur Startseite