Binos Teil 1

Um bei der Himmelsbeobachtung mit einem Bino einen komfortablen Einblick zu haben, ist eine Umlenkung des Strahlengangs um 90° vorteilhaft. Wird dazu ein Spiegel oder ein Prisma verwendet, erhält man zwar ein aufrecht stehendes Bild; leider ist es aber auch seitenverkehrt. Um eine aufrechte und seitenrichtige Abbildung zu erhalten, sind sog. Dachkantprismen nötig.
Bei der einfachsten Ausführung eines 90°-Binos ist der Augenabstand fest nach dem Augenabstand des Besitzers eingestellt. Leider können dann nur Personen damit beobachten, die den selben Augenabstand haben.

mit 50/540-Objektiven von Zeiss

Das 50er Astrobino aus zwei Feldstecherobjektiven. Zum Einstellen des Augenabstands ist der rechte Tubus seitlich verschiebbar angeordnet. Durch Dachkantprismen ist die Abbildung aufrecht und seitenrichtig.

Doppelfernrohr mit zwei Apochromaten von Takahashi. Hier geschieht die Umlenkung über drei Spiegel und es kann der Augenabstand eingestellt werden. Das ergibt zwar ein seitenverkehrtes Bild, dafür entsteht kein Glasweg - wichtig für Apos! Interessant ist die Feinjustage: Das Einstellen des Bildes in der Höhe erfolgt mit einer Rändelschraube am linken Umlenkspiegel und am rechten Umlenkspiegel wird die seitliche Lage eingestellt. Somit kann das Bild individuell dem jeweiligen Auge angepasst werden.

Auch aus Sperrholz und Teilen vom Installationsbedarf lässt sich ein Bino herstellen! Verstellung des Augenabstands über zwei drehbare Rhombusprismen.
Erbauer: Peter Klieber

Ein paar Jahre später war der Tubus dann achteckig...


zwei 150er China-Refraktoren. Zum Einstellen des Augenabstands sind hier ebenfalls zwei Spiegel angeordnet. Die Gabel stammt von einem C14. Ein Jahr später war das Bino dann auf der selbstgefertigten Montierung mit drehbaren Rohrschellen.
Erbauer: Günter Schlupp

Das 75er Bino von Reinhard Lauterbach



Bei diesen parallel gestellten "Russentonnen" ist der Augenabstand durch drehbare Rhombusprismen einstellbar.


Für dieses Fernglas 20×80 wurde eine Vorrichtung mit Planspiegeln gebaut, wobei der Strahlengang um 90° umgelenkt ist. Allerdings ist es damit schwierig, ein Objekt am Himmel anzupeilen. Deshalb wurden Versuche mit einem grünen Laser gemacht. Tatsächlich ist dieser zum Aufsuchen sehr praktisch. Allerdings auch nur so lange, wie sich niemand daran stört. Nicht ohne Grund sind diese Peilhilfen bei Teleskoptreffen verboten. Bei Nichtbeachtung riskiert man einen sofortigen Platzverweis!



zur Startseite