Der Astrohocker von Silvio Hertli

Meine Montierung hatte so ein Alustativ drunter, was ich unlängst durch ein "definitives" Eigenbau-Stativ ersetzt habe (Bild links). Da hatte ich also die drei Alubeine unbenutzt in der Ecke stehen.
Lange habe ich darüber gebrütet, wie ich daraus einen praktischen, bequemen, höhenverstellbaren Astrostuhl bauen könnte. Irgendwann ist mir die erleuchtende Idee gekommen: Sattel von meinem alten Mofa, welches seit 15 Jahren unbenutzt in der Scheune steht, n'paar Leisten und n'paar Brettchen. Dazu ein Stück einer Kette (mit Vorteil rostfrei) und einige Schrauben - etwas Leim, Lack und etwas Arbeit. Voilà! (rechts: hohe Stellung - links tiefe Stellung)

Bilder vom Aufbau:


Habe sowohl das Innenteil, als auch das Außenteil des Stativbeines um etwa 12cm gekürzt und die Beschläge neu montiert. Die Leisten sind aus Eschenholz, wobei die Holzwahl sich auf das Durchwühlen meiner Bastelkammer beschränkt hat. Die runden Holzteile (65mm Durchmesser, 18mm Multiplex) für das untere Gelenk habe ich mit'm großen Topfbohrer alle binnen kürzester Zeit rausgefräst. Dann eine Seite abflachen (Dreml) und die zentrale Bohrung auf 10mm aufbohren - fertig ist das "Holzscharnier". Die großen "Füße" sind die Resten (ausgesägte Blenden) eines unlängst gebauten 6"-Newtons. Ist übrigens das meiste nur geleimt, mit 2-Komponentenkleber. Zusätzliche Verschraubung bringt bei Bedarf etwas mehr Sicherheit, ich vertraue meinem Leim... (ich benutze "Araldit Cristal". Weiß nicht, ob's den außerhalb der Schweiz auch gibt...)
Was Alumässig vorher am Stativ oben war, ist jetzt unten. Spitze des Stativbeines habe ich abgedremelt; der Sattel hat zwar eine Stahleinlage, aber die Spitze zeigte trotzdem bedrohend auf "empfindliche Teile".. Ich selber wiege 70kg; einer meiner Spechtelkollegen 80kg und der Hocker hält! ;-)

Um aber genügend Klemmkraft auf die Druckschraube zu kriegen, musste ich der Schraube einen größeren Griff (9mm Multiplex) spendieren. Bei mehr als 90kg müsste aber wahrscheinlich die Klemmkraft der Stellschraube noch mehr erhöht werden. "Krallen" reindremeln; die Oberfläche dort ist eh geschändet, oder "De-Luxe": größeres Gewinde in's Aluteil bohren; dickere Schraube verwenden.

Tipp: wird statt des Mofasattels ein Fahrradsattel verwendet, wird der Stuhl zwar etwas unbequemer, dafür sehr viel handlicher. Noch handlicher wird's, wenn das Holz-Scharnier der Querstrebe mit einer Flügelmutter verschraubt wird, dann kann der Hocker mit wenigen Handgriffen auf ein sehr handliches Maß zerlegt werden.

Viel Erfolg beim Nachbau und bequeme Beobachtung, Silvio

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