Das Spektiv 50/540

von Herbert Zellhuber

Dieses kleine Fernrohr wird von mir ausschließlich als Spektiv benutzt. Das Fernrohr wiegt mit dem Fotostativ und Videokopf ca. 3 kg und ist deshalb auch längere Zeit ohne Anstrengung auf der Schulter zu tragen. Das Objektiv, ein Zeiss 50/540, konnte ich für 150 DM erwerben. Im Vergleich zum 80/500 der gleichen Firma ist die Abbildungsqualität bei der Tagbeobachtung etwa gleichwertig, wobei das 50/540 vom sekundärem Spektrum - also dem Farbfehler - sogar noch etwas besser abschneidet. Beim Beobachten bei Dämmerung z.B. bei der Jagd oder der astronomischen Beobachtung hat das 80/500 natürlich Vorteile, da es eben zweieinhalb Mal soviel Licht sammelt. Der Okularauszug ist wieder dem Crayford-System nachgebaut. Das Fernrohr hat einen 90°-Einblick. Für aufrecht stehende und seitenrichtige Abbildung ist ein Dachkantprisma eingebaut. Es hat einen 1¼"-Anschluss und kann auch an andere Instrumente wie den Refraktor 80/500 angeschlossen werden. Standardmäßig wird von mir ein 20er Okular verwendet, wobei eine Vergrößerung von 27fach erreicht wird. Ich könnte auch ein anderes Okular wie z.B. ein 26er oder 32er verwenden; damit hätte ich bei geringerer Vergrößerung ein größeres Gesichtsfeld. Eine höhere Vergrößerung als 30fach wird am Spektiv nicht angewendet. 50fach wäre zwar möglich, es empfiehlt sich dann allerdings ein Zenitspiegel; das Dachkantprisma ist für höhere Vergrößerungen nicht so günstig. Mit einem Zenitspiegel hätte man allerdings ein seitenverkehrtes Bild, was beim terrestrischen Beobachten natürlich störend ist.
Um bei einem Refraktor ein Bild mit gutem Kontrast zu haben, dürfen keine Reflexionen von der inneren Tubuswand ans Okular gelangen. Wird die Innenfläche des Tubus nur mit mattschwarzem Lack (z.B. Schultafellack) gestrichen, so sind die glatten Flächen trotzdem im steilen Winkel noch hochreflektiv. Man kann entweder entsprechend angeordnete Blenden einbauen, oder wenn wie hier das Rohr sehr eng ist, die Innenseite mit schwarzem Samt oder Filz auslegen. Im Tapetenfachhandel und in Baumärkten wird unter der Bezeichnung dc-fix eine zu diesem Zweck gut brauchbare Veloursfolie angeboten. Da hier das Rohr recht eng und lang ist, wäre das Einkleben ziemlich schwierig geworden. Deshalb formte die Folie zu einer Rolle im Innendurchmesser des Rohres und schob sie einfach ins Rohr ein.
Das Gerät konnte ich schon mit vielen kommerziellen Spektiven vergleichen. Ich war überrascht, dass die Abbildungsqualität recht gut mit den wesentlich teureren Instrumenten mithalten konnte.

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